<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Eva Stern schnelllaeufer.de &#187; Mord</title>
	<atom:link href="http://www.schnelllaeufer.de/tag/mord/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.schnelllaeufer.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Sun, 08 Dec 2013 15:26:41 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	
		<item>
		<title>Ulrike Folkerts: Gelassene Lena</title>
		<link>http://www.schnelllaeufer.de/2010/10/ulrike-folkerts-gelassene-lena/</link>
		<comments>http://www.schnelllaeufer.de/2010/10/ulrike-folkerts-gelassene-lena/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 01 Oct 2010 18:45:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Flimmern und Rauschen]]></category>
		<category><![CDATA[Rede und Antwort]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Lena Odenthal]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>
		<category><![CDATA[Tatort]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrike Folkerts]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.schnelllaeufer.de/?p=962</guid>
		<description><![CDATA[Als "Tatort"-Kommissarin musste sich Ulrike Folkerts anfangs in einer Männer-Domäne durchboxen. Im August 2010 ermittelte  sie in der Rolle der Lena Odenthal zum 50. Mal in Ludwigshafen.  Mittlerweile ist sie die Chefin und muss sich und anderen nichts mehr  beweisen. Auch  Folkerts' Verhältnis zu ihrer Rolle hat sich nach über 20 Jahren deutlich entspannt.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;"><strong>Als &#8220;Tatort&#8221;-Kommissarin musste sich Ulrike Folkerts anfangs in einer Männer-Domäne durchboxen. Im August 2010 ermittelte  sie in der Rolle der Lena Odenthal zum 50. Mal in Ludwigshafen.  Mittlerweile ist sie die Chefin und muss sich und anderen nichts mehr  beweisen. Auch  Folkerts&#8217; Verhältnis zu ihrer Rolle hat sich nach über 20 Jahren deutlich entspannt.</strong></p>
<p style="text-align: left;"><em>War Ihr 50. Fall als Kommissarin Lena Odenthal etwas Besonderes oder eine Folge wie alle anderen auch?</em><br />
Unserem  Regisseur Lars Montag war schon bewusst, dass er da einen  Jubiläums-&#8221;Tatort&#8221; dreht. Er hatte sehr besondere Einfälle und hat sie  zusammen mit der Kamerafrau sehr liebevoll und bis ins Detail umgesetzt.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Zum Beispiel?</em><br />
Er hatte die grandiose Idee mit dem Tauchglockenschiff.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Das es dem Täter ermöglicht, trockenen Fußes auf dem Boden des Rheins zu morden.</em><br />
Genau. Oder er hat die Katze gut eingebaut. Oder die Dachterrasse, auf der wir nachts draußen sitzen. Das ist so eine besondere Atmosphäre.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Und inhaltlich?</em><br />
Ich  hatte mir seit Langem einen Serientäter gewünscht. Und der Typ, mit dem es Lena da zu tun bekommt, ist wirklich die reine Provokation.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Starke Frauen sind ein Leitmotiv in „Hauch des Todes&#8221;. Vor 20 Jahren war Lena Odenthal noch ganz schön burschikos unterwegs. Heute braucht es keine Lederjacke mehr, um Stärke zu symbolisieren.</em><br />
Damals war ich die einzige Kommissarin. Man kämpfte um seine Glaubwürdigkeit. Frauen mit Pistole? Das wurde echt belächelt. Lena war jung und musste zeigen, was sie drauf hat. Auch Ulrike Folkerts durfte sich an der Rolle und den starken Schauspielpartnern die Zähne ausbeißen. Heute ist Lena Odenthal eine erfahrene Polizistin. Sie ist die Chefin &#8220;vom Janzen&#8221; und muss nicht mehr beweisen, dass sie diesen Job gut macht. Sie hat eine größere Gelassenheit.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Gibt es Parallelen zwischen Lena Odenthal und Ulrike Folkerts?</em><br />
(lacht) Naja, ich wäre natürlich auch froh, wenn Ulrike Folkerts ein bisschen gelassener geworden wäre. Aber doch, ja: Auf jeden Fall profitiert eine Figur von der Entwicklung einer Schauspielerin und umgekehrt.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Kommissarinnen sind heute selbstverständlich. Welche Ihrer &#8220;Tatort&#8221;-Kolleginnen mögen Sie besonders?</em><br />
Ich mag Eva Mattes. Als ich noch davon träumte, Schauspielerin zu werden, fand ich Eva Mattes schon großartig. Auch Sabine Postel schaue ich gern. Und ich mochte Andrea Sawatzki in Frankfurt. Anneke Kim Sarnau vom Polizeiruf finde ich auch gut.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Ist ein guter &#8220;Tatort&#8221; eher Gesellschaftskritik oder eher Krimi?</em><br />
Die  Mischung macht&#8217;s. Ich mache drei &#8220;Tatorte&#8221; pro Jahr. Da ist es schön, wenn man sagt: Wir nehmen ein gesellschaftlich relevantes Thema, wir machen einen Thriller und vielleicht auch mal einen Actionfilm. Genau  diese Mischung macht das Format für einen Schauspieler interessant.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Und was sagt die Zuschauerin Ulrike Folkerts?</em><br />
Die sagt dasselbe. Es wird einfach nicht langweilig.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Der &#8220;Tatort&#8221; ist vor 40 Jahren als Kriminalfilm an den Start gegangen.  Heute hat fast jeder Ermittler ein Privatleben. Und den Münsteraner &#8220;Tatort&#8221; schaltet man auch ein, weil man da etwas zu lachen hat.</em><br />
Es gibt immer mehr Ermittler. Neue Formate wollen herausstechen und müssen sich was einfallen lassen. Das finde ich auch gut. Man darf nur nicht daherkommen und sagen: So, jetzt müssen wir auch lustig werden. Diese Diskussionen gab es. Auch bei uns. Machen wir nicht zu viel schwere Kost? Muss der Zuschauer nicht mal was zu schmunzeln haben?</p>
<p style="text-align: left;"><em>Und?</em><br />
Das gelingt eben nicht bei jedem Drehbuch. Die komischen Dinge sind schwer zu schreiben. Klar ist es lustig, wenn Koppers italienische Klapperkiste nicht anspringt und Lena schieben muss. Aber das kann man nicht jedes  Mal machen.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Komik ist Kunst?</em><br />
Komik ist eine wirklich schwere Kunst. Das haut nicht immer hin. Aber ich denke, &#8220;Tatort&#8221; hat auch so eine große Chance, weiter beliebt zu sein. Ich werde ihn immer gucken.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Sind Sie ein &#8220;Tatort&#8221;-Junkie? Darf man Sie sonntags 20.15 Uhr anrufen?</em><br />
Im Sommer sitze ich dann noch draußen oder bin mit Freunden unterwegs. Aber im Winter gehöre ich schon zu den regelmäßigen Guckern.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Welche Themen würden Sie gerne im Ludwigshafener &#8220;Tatort&#8221; aufgreifen?</em><br />
Unter anderem wird es einen &#8220;Tatort&#8221; aus dem Wanderzirkus-Milieu geben und einen zum Frauenfußball.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Was ist an Frauenfußball kriminell?</em><br />
(lacht) Das werde ich im November oder Dezember im Drehbuch lesen.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Solange die Drehbücher gut sind, wollen Sie weiter Verbrecher jagen. Ihr Verhältnis zur &#8220;Tatort&#8221;-Rolle war nicht immer so entspannt.</em><br />
Das stimmt. Das hat sich aber gegeben, weil meine Rechnung aufgegangen ist, Lena nicht aufgeben zu müssen, um andere Dinge zu machen. Seit ein paar Jahren funktioniert das sehr gut. Ich bekomme schöne Aufgaben und darf danach wieder &#8220;Tatort&#8221; drehen. Das ist wunderbar.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Was ist vorher schief gelaufen?</em><br />
Ich habe das nie so genau analysiert. Vielleicht dachten die Leute, als &#8220;Tatort&#8221;-Kommissarin ist man zu teuer oder will nur Hauptrollen spielen. Und in anderen Krimis hat man als &#8220;Tatort&#8221;-Gesicht ohnehin keine Chance. Verständlicherweise. Und dann muss man eben auch einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Was ist Ihr bester &#8220;Tatort&#8221;?</em><br />
Den gibt es nicht. Jeder ist auf seine Art besonders.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Dann andersherum: Gibt es einen schlechten?</em><br />
Den verrat&#8217; ich nicht. Dann schreiben Sie über den schlechtesten und der beste kommt nicht vor.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Den kenne ich ja gar nicht.</em><br />
Jeder hat da eine eigene Meinung. &#8220;Hauch des Todes&#8221; ist für mich definitiv einer der herausragenderen. Auch von der Machart.</p>
<p style="text-align: left;"><em>Eva Stern | Foto: SWR<br />
</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.schnelllaeufer.de/2010/10/ulrike-folkerts-gelassene-lena/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Richy Müller: Hoffnungsträger Lannert</title>
		<link>http://www.schnelllaeufer.de/2009/12/hoffnungstraeger/</link>
		<comments>http://www.schnelllaeufer.de/2009/12/hoffnungstraeger/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 26 Dec 2009 07:31:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Flimmern und Rauschen]]></category>
		<category><![CDATA[Rede und Antwort]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Mord]]></category>
		<category><![CDATA[Richy Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Tatort]]></category>
		<category><![CDATA[Thorsten Lannert]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.schnelllaeufer.de/?p=749</guid>
		<description><![CDATA[Schauspieler Richy Müller schätzt seine Unabhängigkeit. An den "Tatort" hat er sich dennoch gebunden. Sein fünfter Fall als Kommissar Thorsten Lannert ist zugleich die 750. Folge der erfolgreichsten deutschen Krimireihe. Ein Gespräch über Ängste und Verzicht, Qualität und Intuition – und warum er lieber ohne Familie Verbrecher jagt.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Schauspieler Richy Müller schätzt seine Unabhängigkeit. An den &#8220;Tatort&#8221; hat er sich dennoch gebunden. Sein fünfter Fall als Kommissar Thorsten Lannert ist zugleich die 750. Folge der erfolgreichsten deutschen Krimireihe. Ein Gespräch über Ängste und Verzicht, Qualität und Intuition – und warum er lieber ohne Familie Verbrecher jagt.</strong><br />

<div class="ngg-galleryoverview" id="ngg-gallery-9-749">


	
	<!-- Thumbnails -->
		
	<div id="ngg-image-22" class="ngg-gallery-thumbnail-box"  >
		<div class="ngg-gallery-thumbnail" >
			<a href="http://schnelllaeufer.de/wp-content/gallery/tatort/tatort2_text.jpg" title="Thorsten Lannert (Richy Müller) macht sich Sorgen um die Witwe des Ermordeten. (Foto: SWR/Peter A. Schmidt)" class="shutterset_set_9" >
								<img title="tatort2" alt="tatort2" src="http://schnelllaeufer.de/wp-content/gallery/tatort/thumbs/thumbs_tatort2_text.jpg" width="97" height="75" />
							</a>
		</div>
	</div>
	
		
 		
	<div id="ngg-image-23" class="ngg-gallery-thumbnail-box"  >
		<div class="ngg-gallery-thumbnail" >
			<a href="http://schnelllaeufer.de/wp-content/gallery/tatort/tatort3_text.jpg" title="Thorsten Lannert (Richy Müller) versucht, Brise (Bibiana Zeller) zu trösten. Sie leidet unter dem Tod ihres Mannes und will nicht mehr weiterleben. (Foto: SWR/Stephanie Schweigert)" class="shutterset_set_9" >
								<img title="tatort3" alt="tatort3" src="http://schnelllaeufer.de/wp-content/gallery/tatort/thumbs/thumbs_tatort3_text.jpg" width="97" height="75" />
							</a>
		</div>
	</div>
	
		
 		
	<div id="ngg-image-21" class="ngg-gallery-thumbnail-box"  >
		<div class="ngg-gallery-thumbnail" >
			<a href="http://schnelllaeufer.de/wp-content/gallery/tatort/tatort1_text.jpg" title="Brise Schubert (Bibiana Zeller) fühlt sich ohne ihren Mann verloren. Ihre Aussetzer verstärken sich und sie ist nicht imstande, Lannert (Richy Müller, l.) und Bootz (Felix Klare, M.) konkrete Informationen über den Tod ihres Mannes zu geben. (Foto: SWR/Peter A. Schmidt)" class="shutterset_set_9" >
								<img title="tatort1" alt="tatort1" src="http://schnelllaeufer.de/wp-content/gallery/tatort/thumbs/thumbs_tatort1_text.jpg" width="97" height="75" />
							</a>
		</div>
	</div>
	
		
 		
	<div id="ngg-image-24" class="ngg-gallery-thumbnail-box"  >
		<div class="ngg-gallery-thumbnail" >
			<a href="http://schnelllaeufer.de/wp-content/gallery/tatort/tatort4_text.jpg" title="Richy Müller ist Thorsten Lannert im Stuttgarter &quot;Tatort&quot;. (Foto: SWR/Sabine Hackenberg)" class="shutterset_set_9" >
								<img title="tatort4" alt="tatort4" src="http://schnelllaeufer.de/wp-content/gallery/tatort/thumbs/thumbs_tatort4_text.jpg" width="97" height="75" />
							</a>
		</div>
	</div>
	
		
 	 	
	<!-- Pagination -->
 	<div class='ngg-clear'></div>
 	
</div>

</p>
<p><em>Mögen Sie keine Familie?</em><br />
Doch natürlich. Aber nicht als Tatort-Ermittler. Da fehlt die Zeit, um neben dem Fall noch eine Familiengeschichte zu erzählen. Das Ergebnis wäre einfach unbefriedigend. Deshalb habe ich mir einen familiär ungebundenen Kommissar gewünscht.</p>
<p><em>Aber eine Oma hätte Sie Ihrem Kommissar gerne zur Seite gestellt?</em><br />
(lacht) Ja, das stimmt. Allerdings wäre eine richtige Oma  natürlich Quatsch gewesen. Die hätte dann um die 100 Jahre alt sein müssen, um wirklich Lannerts Oma zu sein.</p>
<p><em>Aber?</em><br />
Ich wollte gerne die ältere Generation dabei haben. Wir müssen ja nicht gleich verwandt sein. Das kann man dramaturgisch auch anders lösen. Alte Menschen kommen in Filmen viel zu wenig vor. Oder nur in Filmen, die speziell alte Menschen zum Thema haben. Das ist doch schade. Die Mischung, das Generationenübergreifende fehlt: Dass da jemand ist, der einem einen weisen Spruch mit auf den Weg gibt oder einen an die Hand nimmt. Eben jemand mit Lebenserfahrung, den im positiven Sinne nichts mehr beeindrucken kann. Vom Gefühl her sind das nicht die Eltern, sondern die Großeltern.</p>
<p><em>Der aktuelle Fall „Altlasten“ beschert Ihnen mit der Figur der Witwe Brise Schubert zwar die gewünschte „Oma“. Allerdings auch die generationenübergreifenden Abgründe. Es geht um Vertrauen und Überforderung, Liebe und Verantwortung, Verlust und Selbstverwirklichung.<br />
</em>Ja, die großen Lebensfragen. Und das Thema Generationenaustausch ist schön getroffen. Alles spielt ganz kompakt in einer Familie. Das ist sehr gelungen. Und dann noch mit so einer entzückenden Kollegin wie Bibiana Zeller, die mit ihren 82 Jahren beim Drehen so eine Power an den Tag gelegt hat. Das war sehr beeindruckend. Ich finde, es ist wirklich ein besonderer &#8220;Tatort&#8221; geworden und er passt auch in die besinnliche Zeit. Das war Super-Timing.</p>
<p><em>Sie haben keine Angst vor dem Alter?</em><br />
Nein. Auch wenn irgendwann das Thema Tod immer präsenter wird. Jeder Tag könnte der letzte sein. Ab einem gewissen Alter beschäftigt einen das natürlich.</p>
<p><em>Sie sind 54 Jahre.</em><br />
Selbst wenn ich 100 Jahre alt werden sollte, ist das jetzt schon die zweite Halbzeit. Ich habe keine Angst vor dem Alter und auch nicht vor dem Tod. Höchstens vor dem Sterben. Ich hoffe, dass ich gesund sterbe. Ich akzeptiere den Tod als Teil des Lebens. Wenn man das verdrängt und plötzlich merkt: Kinder, jetzt ist es bald vorbei!, kommt die Panik.</p>
<p><em>Haben Sie vor gar nichts Angst?</em><br />
Doch klar. Ich bin ja nicht der Dalai Lama. Da sind zum Beispiel die üblichen Ängste um die Kinder. Dass sie gesund bleiben, ihnen nichts zustößt. Das ist ganz normal. Ängste sind auch wichtig. Aber wenn man zu viele Angst hat, ist man ja fast beschwörend. Insofern bin ich relativ angstfrei unterwegs.</p>
<p><em>Vor allem im Auto. In der ersten &#8220;Tatort&#8221;-Folge als Kommissar Lannert geben Sie ganz schön Gas.</em><br />
Ja, als es um die Schnelligkeit ging. Zerlegt wurde das Auto aber dann von Stuntmen. Was ich meine, ist, dass man sich nicht in Ängste hineinsteigern darf. Wenn man Angst zum Maßstab nimmt, dürfte man ja gar nichts mehr machen. Man kann sich relativ schnell in eine Phobie hineindenken.</p>
<p><em>Wie ist es mit der Angst vor Vereinnahmung oder Festlegung auf eine bestimmte Rolle?</em><br />
Das kann mir nicht nochmal passieren. Dafür bin ich schon viel zu lange im Beruf und losgelöst von irgendwelchen Etiketten. Das einzige Etikett, was mir anhängt, ist das des &#8220;Richy&#8221;.</p>
<p><em>Dessen Namen Sie ja auch tragen.</em><br />
Ja. Aber nicht, weil ich mir den bewusst ausgesucht hätte. Eher umgekehrt. Nach der Ausstrahlung der &#8220;Großen Flatter&#8221; 1979 war ich für alle einfach &#8220;der Richy&#8221;. Die drei Folgen haben über 22 Millionen Menschen gesehen. Das war ein Straßenfeger. Irgendwann kam dann die Überlegung, dass das auch offiziell mein neuer Vorname werden könnte.</p>
<p><em>War der richtige denn so schlimm?</em><br />
Naja, wenn du in der Schauspielschule bist und Hans-Jürgen Müller heißt, machst du dir natürlich so deine Gedanken.</p>
<p><em>&#8220;Thorsten Lannert&#8221; ist für Richy Müller aber keine Gefahr?</em><br />
Nein. &#8220;Bist du nicht der Thorsten Lannert?&#8221;, werden mich wohl nur wenige fragen. Etwas anderes ist es natürlich, wenn man seine Karriere als &#8220;Tatort&#8221;-Kommissar beginnt. Das kann schon sehr festlegen.</p>
<p><em>Die Zusage zum &#8220;Tatort&#8221; war die erste feste Verpflichtung in Ihrer Karriere &#8230;</em><br />
… und eine der schnellsten Zusagen, die ich je gegeben habe.</p>
<p><em>Warum?</em><br />
&#8220;Tatort&#8221; ist Kult. Und &#8220;Tatort&#8221; heißt Qualität. Jeder, der für diese Reihe dreht, weiß das. Gute Autoren schreiben gute Bücher, die von guten Regisseuren mit guten Schauspielern verfilmt werden. Wenn man da nicht &#8220;Ja&#8221; sagt. Klar war es ein Sprung ins kalte Wasser, vor allem wenn man über 30 Jahre lang freiberuflich gearbeitet hat.</p>
<p><em>Jetzt sind schon sechs Folgen im Kasten. Immer noch so begeistert?</em><br />
Ja, ich bin wirklich überglücklich. Die Reaktionen der Leute sind sehr positiv. Die Arbeit mit meinem Partner Felix Klare macht einfach Spaß. Und ich habe das Gefühl: Ich bin guten Händen. Die Macher wollen diese Eigenenergie, nicht nur jemanden, der eine Rolle spielt. Das ist so ein bisschen wie mit Michael Schumacher bei Ferrari. Der war nicht nur ein schneller Rennfahrer, sondern hatte die Begabung, die Ressourcen, die es bei Ferrari gab, zu ordnen. Nicht unbedingt aus deutscher Ordentlichkeit, sondern einfach, weil er die Leute mit seiner Begeisterung für den Sport angesteckt und in die Pflicht genommen hat. Er hat sein Bestes gegeben und von den anderen das Beste verlangt. Der &#8220;Tatort&#8221; ist auch so ein gegenseitiges Qualitätsversprechen.</p>
<p><em>Welche Qualitäten hat Thorsten Lannert?</em><br />
Zuallererst: Er leidet nicht unter seinem Beruf. Wer will denn einen &#8220;Tatort&#8221;-Kommissar sehen, der permanent Schmerz verspürt über die Schlechtigkeit dieser Welt? Das will man nicht. Ich wollte jemanden darstellen, der das mit Überzeugung macht und den Versuch startet, Ordnung reinzubringen, indem er Gerechtigkeit walten lässt. Der trotz aller schlimmen Dinge nicht den Mut verliert. Lannert ist ein Hoffnungsträger.</p>
<p><em>… und wie Sie ein Bauchmensch.</em><br />
Lannert vertraut seiner Intuition. Im Zweifelsfall handelt er auch gegen die Vorschriften. Das stärkste Moment bei mir in der Arbeit ist die Zurückgenommenheit. Dadurch kommt, glaube ich, mehr zum Vorschein: eben die Figur und nicht der Schauspieler. Schauspieler ist eigentlich sowieso das falsche Wort. Ich spiele nicht, ich mache keine Schau. Ich bin. Ab und zu werde ich gefragt, ob ich nicht Schauspielunterricht geben könnte. Ehrlich gesagt wüsste ich nicht, was ich den Schülern sagen sollte. Ich spiele sehr intuitiv. Ich beobachte und erspüre den Moment – und lass es laufen. Das ist alles.</p>
<p><em>Ruhen Sie im richtigen Leben auch so in sich selbst?</em><br />
Ich bin nach wie vor ein impulsiver Mensch und kann mich auch über Kleinigkeiten richtig ärgern, wo man eigentlich großzügig drüber hinweg sehen müsste. Gedankenlosigkeit regt mich auf. Grundsätzlich bin ich jemand, der nicht festhält oder klammert. Ich habe keinen Besitzanspruch &#8211; gerade was Menschen angeht. Menschen gehören einem nicht. Ich habe zum Beispiel nie von &#8220;meiner Tochter&#8221; gesprochen, sondern immer nur von Paulina.</p>
<p><em>Auf was könnten Sie denn nicht verzichten?</em><br />
Eigentlich könnte ich auf alles verzichten. Außer auf gute Menschen um mich herum. Ich fahre liebend gerne Auto. Das ist kein Geheimnis. Man sagt ja immer, ein Drittel des Lebens verbringt man im Bett. Ich glaube, ich sitze das zweite Drittel im Auto. Aber: Ich könnte auch auf das Auto verzichten, wenn es sein müsste. Das ist schwer zu erklären. Es ist einfach die Überzeugung, keinen Besitz haben zu müssen. Den Moment wahrnehmen, das ist für mich wichtig. Ich bin nicht luxusabhängig. Ich kann mich bescheiden, wohne zur Miete.</p>
<p><em>Mit den &#8220;Tatorten&#8221; im Rücken lebt es sich aber schon gelassener?</em><br />
Keine Frage. Wenn keine guten Angebote kommen, dann reichen die zwei &#8220;Tatorte&#8221; im Jahr, die ich drehe. Ich habe die Möglichkeit zu sagen: Nee, das mach&#8217; ich nicht, die Rolle interessiert mich nicht. Wenn, dann würde ich es nur des Geldes wegen machen.Und  das habe ich noch nie gemacht. Auch in der Zeit, in der ich Geld dringend gebraucht hätte. Ich musste manchmal ganz schön jonglieren. Aber es hat sich für mich rentiert, weil ich auf meinem Weg geblieben bin. In meiner ganzen Laufbahn habe ich es fast immer hingekriegt, nur das zu machen, was mich interessiert hat. Daran hat sich durch die &#8220;Tatort&#8221;-Verpflichtung nichts geändert.</p>
<p><em>Bei aller Bescheidenheit: Weihnachten sitzen Sie nicht allein zu Hause und üben sich in Verzicht?</em><br />
Nein. Es wird gefeiert. Mit allem, was dazu gehört. Baum, Braten, Bescherung. Und das Allerwichtigste: mit meinen beiden Kindern.</p>
<p><em>Und am 27. Dezember versammelt sich die Familie um 20.15 Uhr zum &#8220;Tatort&#8221; vor dem Fernseher?</em><br />
Mal sehen. Kann schon sein. Es ist ja ein Riesenunterschied, ob man sich die DVD im Rechner anschaut oder wirklich am Sonntagabend mit Millionen anderer Zuschauer vor dem Fernseher sitzt. 20 Uhr Tagesschau, 20.15 Uhr &#8220;Tatort&#8221;. Das ist ein Ritual. Das hat einfach was.</p>
<p><strong>Zur Person: Richy Müller</strong><br />
Richy Müller (eigentlich: Hans-Jürgen Müller), 54, hatte seinen Durchbruch als Schauspieler 1979 mit der Leonie-Ossowski-Verfilmung &#8220;Die große Flatter&#8221;. Danach spielte er unter anderem in Roland Emmerichs &#8220;Das Arche Noah Prinzip&#8221;. In den 1980er Jahren verlegte sich der gebürtige Mannheimer vorwiegend auf das Theater, ehe er 1996  zum Film zurückkehrte. Seit 2008 spielt er den Stuttgarter &#8220;Tatort&#8221;-Kommissar Thorsten Lannert – die erste feste Verpflichtung seiner Laufbahn. Richy Müller lebt am Chiemsee.</p>
<p><em>Eva Stern </em><em>| Fotos: SWR/Sabine Hackenberg, Stephanie Schweigert, Peter A. Schmidt (2)</em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.schnelllaeufer.de/2009/12/hoffnungstraeger/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
