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	<title>Eva Stern schnelllaeufer.de &#187; Lindenstraße</title>
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		<title>Geißendörfers Gebrauchsfernsehen</title>
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		<pubDate>Sat, 07 May 2011 05:35:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Flimmern und Rauschen]]></category>
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		<description><![CDATA[Es begann alles an einem Sonntagnachmittag auf einem Sofa in London. Hier saß der deutsche Filmemacher, Regisseur und Autor Hans W. Geißendörfer. Nicht freiwillig. Seine Freundin hatte ihn dort geparkt.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://schnelllaeufer.de/wp-content/uploads/2011/01/geissendoerfer_text.jpg" target="_blank"><img class="alignleft size-medium wp-image-1174" title="geissendoerfer_text" src="http://schnelllaeufer.de/wp-content/uploads/2011/01/geissendoerfer_text-221x300.jpg" alt="" width="221" height="300" /></a>Es begann alles an einem Sonntagnachmittag auf einem Sofa in London. Hier saß der deutsche Filmemacher, Regisseur und Autor Hans W. Geißendörfer. Nicht freiwillig. Seine Freundin hatte ihn dort geparkt. Ihn, der extra aus Deutschland nach London gereist war, um mit ihr zusammen zu sein. Und Sie? Schaut stattdessen ihre Lieblingsserie im Fernsehen: Coronation Street.</strong></p>
<p>Was um Himmels Willen konnte denn wichtiger sein als er? Nun ja, ganz offensichtlich: Alltagsgeschichten aus einer Reihenhaus-Straßenzeile irgendwo in England. Coronation Street läuft immer noch erfolgreich im britischen Fernsehen. Die englische Freundin ist längst seine Frau. Und dem deutschen Fernsehen hat Geißendörfer mit der Lindenstraße einen Dauerbrenner im sonntäglichen Vorabendprogramm beschert. Auch 25 Jahre und 1306 Folgen nach dem Start, zieht die erste deutsche Seifenoper ihr Publikum noch in ihren Bann.</p>
<p>Der Anfang allerdings war hart. „Glitzer und Glamour, Hotel- und Krankenhausserien. Das ging immer. Aber Kleinbürgerleben im Mietshaus? Das hat keinen vom Hocker gerissen“, sagt Geißendörfer rückblickend. Aber er setzt sich durch. „Ich wusste, ich hab&#8217; was zu erzählen, eine Geschichte, die nie aufhört.“ Tatort-Erfinder und WDR-Fernsehspielchef Gunther Witte nimmt sich der Sache an – und gibt grünes Licht. Doch die ersten Kritiken sind vernichtend. „90 Prozent davon waren fachunkundig. Da hat jemand maximal eine Folge gesehen und sich dann ein Urteil angemaßt. Das hat uns getroffen und es gab Tränen in der Maske. Auch um meine Schauspieler aufzubauen, denen bescheinigt wurde, dass sie einen fetten Arsch haben oder Beton reden, hab&#8217; ich die Losung rausgegeben: Die Schreiber werden nicht mehr sein, aber uns wird’s noch in 20 Jahren geben“, erinnert sich der Lindenstraßen-Erfinder. „Und irgendwann konnte auch die Bild-Zeitung nicht mehr gegen ihre eigene Leserschaft anschreiben.“</p>
<p>Geißendörfers Anspruch an seine Serie: „Auf unterhaltsame Art schwierige Themen ans Volk bringen“. Und das gelingt am besten &#8211; da ist sich der Autor, Regisseur und Produzent ganz sicher &#8211;  wenn sich die Leute in Handlung und Milieu wiedererkennen. Lebten die Lindensträßler vor 25 Jahren noch ganz klassisch als Vater, Mutter und Kinder unter einem Dach, wohnen heute Singles, Paare, Patchwork- und Regenbogenfamilien oder Wohn- und Zweckgemeinschaften neben- und durcheinander in Deutschlands berühmtester Straße.</p>
<p>Ein Vierteljahrhundert Lindenstraße – das heißt auch: ein Vierteljahrhundert deutsche Geschichte. Der erste schwule Kuss im deutschen Fernsehen? Der wird in der Lindenstraße gezeigt, die wie ein Seismograf die aktuellen gesellschaftlichen und politischen Erschütterungen aufzeichnet. Sterbehilfe, Ausländerfeindlichkeit, Aids, Wiedervereinigung, militanter Islamismus, Homosexualität, Genforschung, Hartz IV und natürlich die gesamte Bandbreite persönlicher Dramen von Trauer über Krankheit, Scheidung und Depression: Alles hinterlässt Spuren in der Lindenstraße, wo gelebt, geliebt und gelitten wird.</p>
<p>Und das mit Erfolg. 3,5 Millionen Zuschauer leben, lieben und leiden jeden Sonntagabend um 18.50 Uhr im Ersten mit den Beimers, Zieglers, Stadlers und Zenkers mit. „Das Erfolgsgeheimnis bleibt ein Geheimnis. Sonst würden uns andere kopieren. Wir lieben die Realität. Das hat sicherlich großen Anteil am Erfolg. Bei uns gibt es keine aufgehübschten Model-Mädchen, die ständig bauchnabelfrei rumlaufen, und keine Jungs mit Sixpacks, die Fotografen sind oder eine hippe Kneipe führen. Unsere realistische Welt spricht die Zuschauer viel mehr an“, sagt Irene Fischer. Die muss es wissen. Seit 1987 spielt sie die Rolle der Anna Ziegler und seit elf Jahren schreibt sie neben zwei anderen Autoren die Drehbücher für die Serie. Die Storylines  sind den gesendeten Folgen bis zu anderthalb Jahre voraus. Dennoch reagiert die Lindenstraße ganz aktuell. „Wir lassen uns sehr konkret auf  das Zeitgeschehen ein und aktualisieren bei Bedarf jede Woche eine Szene, die dann donnerstags  erneut gedreht wird“, erklärt Fischer.  Das Thema muss natürlich zu den Figuren passen, die in dieser Folge spielen. Jede Menge Arbeit für Autoren und Dramaturgie. „Diese Mühe macht sich sonst keine Serie.“</p>
<p>Die Lindenstraße hat aber von Anfang an keine Angst vor dem Trivialen gehabt. „Dieses Format weicht der Trivialität ganz bewusst nicht aus. Ich weiß sehr genau, dass man mit einer relativ einfachen Erzählstruktur arbeiten muss, wenn man ein großes Publikum erreichen will. Ich muss nicht Kafka erzählen, wenn ich verstanden werden will, sondern eine geradlinige Geschichte. Aber die Lindenstraße war nie eine reine Seifenoper, auch wenn Liebe und Drama natürlich eine große Rolle spielen. Wir sind eine Familienserie und die Geschichten, die wir erzählen, sind ganz klar logisch aufgebaut: Auf A folgt B. Bei einer Soap, die rein emotional funktioniert, kann auch mal A auf B folgen“, erklärt Produzent Geißendörfer. Für solches „Flachlandgemüse“ ist er sich dann doch zu schade. „Bevor wir unseren Anspruch nach unten schrauben, hören wir lieber auf“, sagt der 69-Jährige.</p>
<p>Für sein Format bezieht Geißendörfer anfangs auch von Kollegen Prügel, die ihm, dem Autorenfilmer, Verrat am deutschen Kino und Fernsehfilm vorwerfen. „Ich mache sehr gerne Gebrauchsfernsehen“, sagt Geißendörfer dagegen. „Das ist keine Kasteiung. Das ist mit unglaublicher Lust besetzt.“ Lust am Geschichten-Erzählen. In Echtzeit. Wo eine Schwangerschaft eben neun Monate dauert und nicht zwei Minuten.</p>
<p>Gerade wurde der Vertrag für die Lindenstraße um weitere drei Jahre verlängert. Es sind keine schlechten Zeiten für die Lindenstraße, glaubt Produzent Geißendörfer: „Die Leute haben die Nase voll von dem ganzen Trash und dem oberflächlichen Fastfood-Gequassel. Ich glaube, dass es eine Zuwendung zu ernsthafteren Themen richtig massenweise geben wird. Das sieht man an den Protesten gegen Stuttgart 21 oder gegen die Castor-Transporte.“</p>
<p>Na dann: Alles Gute zum 70. Geburtstag!</p>
<p><em>Eva Stern | Foto: WDR</em></p>
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		<title>Marie-Luise Marjan: Mutter Beimer der Nation</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Dec 2010 07:27:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Flimmern und Rauschen]]></category>
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		<description><![CDATA["Das kann man nicht spielen, das muss man leben", sagt Marie-Luise Marjan über ihre Rolle als Helga Beimer in der ARD-Seifenoper Lindenstraße. Mittlerweile lebt die neue "Mutter der Nation" ihr Alter Ego, das sie seit 25 Jahren verkörpert, so gut, dass sie über die Kunstfigur mal in der dritten, mal in der ersten Person spricht.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_1047" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><strong><strong><a href="http://schnelllaeufer.de/wp-content/uploads/2010/12/Marjan_Text.jpg" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-1047" title="Mutter Beimer" src="http://schnelllaeufer.de/wp-content/uploads/2010/12/Marjan_Text-300x207.jpg" alt="" width="300" height="207" /></a></strong></strong><p class="wp-caption-text">25 Jahre Lindenstraße: Ausgerechnet beim gemeinsamen Kochen, mit dem sie an frühere Zeiten anknüpfen wollen, geraten sich Helga (Marie-Luise Marjan) und Ex-Mann Hans (Joachim H. Luger) in die Haare. (Foto: WDR/Martin Menke)</p></div>
<p><strong>&#8220;Das kann man nicht spielen, das muss  man leben&#8221;, sagt Marie-Luise Marjan über ihre Rolle als Helga Beimer in  der ARD-Seifenoper Lindenstraße. Mittlerweile lebt die neue &#8220;Mutter der Nation&#8221; ihr Alter Ego, das sie seit 25 Jahren verkörpert, so gut, das  sie über die Kunstfigur mal in der dritten, mal in der ersten Person spricht.</strong></p>
<p><em>Frau Marjan, stört es Sie, wenn Sie mit Helga oder Mutter Beimer angesprochen werden?</em><br />
Das  sagt fast keiner mehr zu mir. Das war in den Anfangsjahren sehr viel  stärker. Die Leute wissen, dass ich Marie Luise Marjan heiße und  verbinden mit meinem Namen vor allem mein soziales Engagement.</p>
<p><em>Wie weit geht Ihre Identifikation mit Helga Beimer?</em><br />
Ich  bin in erster Linie Schauspielerin, die eine Rolle spielt. Und Helga  Beimer ist eine von Autoren erfundene Kunstfigur. Die Mutter einer  bürgerlichen Familie. Herr Geißendörfer hat diese Rolle besetzt und hat  wohl auch den richtigen Griff getan, wie man sieht.</p>
<p><em>Hat  man zu einer Dauerrolle wie in der Lindenstraße kein anderes Verhältnis  als zu einer Rolle in einem Fernsehfilm, der nach drei Monaten im  Kasten ist? Mutter Beimer führt ja nun schon seit 25 Jahren jeden  Sonntag ein Familienleben vor Millionenpublikum.</em><br />
Das ist ja eigentlich schon der Schlüssel, weshalb ich sage: Ich muss diese Figur leben.</p>
<p><em>Können Sie das näher erklären?</em><br />
Trauer  zum Beispiel, die kann ich nicht spielen. Das muss ich sein, in diesem  Moment. Ich habe das an mir auch beobachtet. Als Benni, der Sohn,  gestorben ist, ging die Trauer über ein halbes Jahr. Und das wirkte sich  schon auch auf mein Privatleben aus. Ich hatte nicht mehr so Lust auf  große Feiern, auf laute Feiern. Man liest mehr. Man geht mehr spazieren.  Man igelt sich im Grund genommen schon ein bisschen ein in den Zustand,  den man braucht für so einen Part über eine so lange Zeit.</p>
<p><em>Das geht ziemlich weit &#8230;</em><br />
Ja.  Aber meiner Meinung nach muss das so sein. Sonst ist man kein guter  Schauspieler. Natürlich gibt es auch Kollegen, die auf Kommando traurig  sein können. Ich halte da nichts davon. Ich finde, man muss diesen  Zustand für sich selbst erst einmal vorbereiten, um etwas ausstrahlen zu  können.</p>
<p><em>Mutter Beimer können Sie aber immer wieder abstreifen?</em><br />
Ja,  wenn ich im Theater Lady Macbeth spiele, nehme ich die ja auch nicht  mit nach Hause. Und bei Helga Beimer ist das nun nicht so schwer. Die  bringt ja niemanden um.</p>
<p><em>Finden Sie es schade, in der Mutter-Schublade zu stecken?</em><br />
Helga  Beimer ist keine Schublade! Die hat so viele Facetten und sich im Laufe  der Zeit weiterentwickelt. Sie hat die Aufgabe, Kinder zu erziehen,  Jugendliche auf den Weg zu bringen. Was soll mich denn an der Rolle der  Hausfrau und Mutter nerven? Das ist eine ehrenvolle Aufgabe. Und im  Gegenteil: Gerade in der heutigen Zeit zu zeigen, dass da Werte liegen,  ist ganz wunderbar.</p>
<p><em>Warum trifft Mutter Beimer so ins Herz?</em><br />
Ich  denke, das hat was mit meiner Ausstrahlung zu tun. Aber das müssen Sie  andere fragen. Ich kann ja nicht ständig meine eigene Ausstrahlung  loben.</p>
<p><em>Woher kommt die? Die Mutterrolle ist eine berufliche Rolle geblieben.</em><br />
Ja,  aber das macht nichts. Das ist eine Typfrage. Es gibt Frauen, die haben  eben dieses Runde, Warme, dieses Sich-anlehnen-dürfen in ihrer  Ausstrahlung. Da ist es doch wurscht, ob die im wirklichen Leben Kinder  haben oder nicht. Frau Merkel hat auch keine Kinder, hat aber irgendwas  Mütterliches, finde ich.</p>
<p><em>Fühlen Sie sich nicht doch von der Rolle der Helga Beimer vereinnahmt?</em><br />
Von  der Rolle weniger. Aber von dem ganzen Drumherum. Auftritte, Interviews  und so was. Das fing ja damit an, dass wir die Lindenstraße am Anfang  erst einmal durchboxen mussten. Die Kritiken waren nicht so besonders.</p>
<p><em>Aber die Lindenstraße hat sich durchgesetzt und gehalten. Was ist das Erfolgsgeheimnis?</em><br />
Die  Lindenstraße war eben nicht Denver oder Dallas, sondern es ging und  geht um Menschen wie du und ich. Das Publikum hat uns und auch die  völlig neue Dramaturgie der Serie gleich akzeptiert. Und dann sind da  natürlich die Themen, die wir anpacken. Das geht über den Alltag hinaus  und hat schon wieder was mit Kunst und Fernsehspiel zu tun. Wir fassen  alle politischen und gesellschaftlichen Themen an, sei es nun der Krieg  in Afghanistan, die Fußballweltmeisterschaft oder Gewalt in der Ehe.</p>
<p><em>Sie sagen, Sie können zu Ihrer Rolle professionell Distanz halten. Können das die Fans auch?</em><br />
Ja.  Und die Anteilnahme der Fans ist sehr schön. Es gibt viele Fanclubs und  nach wie vor jede Menge Post und Reaktionen auf das Schicksal der  Lindenstraßen-Bewohner.</p>
<p><em>Plaudern Sie ein bisschen aus dem Nähkästchen?</em><br />
Ich  kann mich noch gut an die Briefe erinnern, die ich bekam, als es mit  Klausi so viele Probleme gab, er gelogen und betrogen hat. Da haben mir  ganz viele Menschen geschrieben.</p>
<p><em>Um Ihnen beizustehen?</em><br />
Weil sie Rat wollten. Da waren kurioserweise viele alleinstehende Väter, die  geschrieben haben, sie hätten mit ihren Söhnen ähnliche Probleme, und ob ich ihnen einen Tipp geben könne. Und das habe ich gemacht. Oder die  Scheidung von Hans. Dagegen haben die Leute regelrecht demonstriert. Das  hat sie in ihrer eigenen heilen Welt erschüttert. Die wollten das nicht. Und manche denken heute noch, ich sei mit Hans verheiratet.  Obwohl ich schon seit 18 Jahren mit Erich zusammen bin.</p>
<p><em>Hausfrau, Mutter, Geliebte, Geschäftsfrau. Was kommt noch auf Helga Beimer zu?</em><br />
Gerade durchlebt sie ja wieder einen Wandel. Helga ist Rentnerin.</p>
<p><em>Sie sagen das voller Begeisterung &#8230;</em><br />
Klar. Jetzt beginnt das Leben so richtig.</p>
<p><em>Sie wollen es richtig krachen lassen?</em><br />
Wenn&#8217;s nach mir ginge, schon. Jetzt, wo Erich und ich endlich Zeit haben,  könnten wir doch eine Rentnerband gründen und Musik machen. Wissen Sie  was? Das schlage ich den Drehbuch-Autoren vor!</p>
<p><em>Sie sind 70 Jahre alt. Haben Sie noch Lust auf anstrengende Tage am Set?</em><br />
Die  Arbeit ist auch nicht anstrengender als vor 20 Jahren. Und wie gut ich  bin, hängt ja nicht nur von mir ab. Alleine können Sie nie gut sein. Das  ist wie beim Tennis. Wenn der Partner einen schlechten Ball schlägt,  können Sie keinen guten zurückspielen.</p>
<p><strong>Zur Person: Marie-Luise Marjan</strong><br />
Die Rolle der Mutter scheint Marie-Luise Marjan auf den Leib geschrieben.  Bereits in ihrem ersten Fernsehfilm „Untergang der Freiheit&#8221; spielte  sie eine Mutter &#8211; mit gerade mal 19 Jahren. Es folgten 26 weitere  Mutterrollen im Fernsehen wie auf der Bühne. Marjan selbst war gleich nach ihrer Geburt von ihrer Mutter zur Adoption freigegeben worden und wuchs bei Pflegeeltern  auf. Eigene Kinder hat die Schauspielerin nicht. Für ihr soziales  Engagement &#8211; insbesondere für das Kinderhilfswerk Unicef und Plan International &#8211; erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.</p>
<p><em>Eva Stern | Foto: WDR/Martin Menke<br />
</em></p>
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		<title>Sybille Waury: Will man wirklich Tanja Schildknecht sein?</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Dec 2010 19:02:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Flimmern und Rauschen]]></category>
		<category><![CDATA[Rede und Antwort]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Lindenstraße]]></category>
		<category><![CDATA[Seifenoper]]></category>
		<category><![CDATA[Sybille Waury]]></category>
		<category><![CDATA[Tanja Schildknecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Millionen Menschen kennen Sybille Waury als Tanja Schildknecht aus der "Lindenstraße". Die Berlinerin ist seit 25 Jahren dabei. Im Interview erzählt die Schauspielerin, warum die Rolle in der TV-Soap gut für ihre Ehe ist. ]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><a href="http://schnelllaeufer.de/wp-content/uploads/2010/12/tanja_schildknecht.jpg" target="_blank"><img class="alignleft size-medium wp-image-1065" title="tanja_schildknecht" src="http://schnelllaeufer.de/wp-content/uploads/2010/12/tanja_schildknecht-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Millionen  Menschen kennen Sybille Waury als Tanja Schildknecht aus der  &#8220;Lindenstraße&#8221;. Die Berlinerin ist seit 25 Jahren dabei. Im Interview  erzählt die Schauspielerin, warum die Rolle in der TV-Soap gut für ihre  Ehe ist. </strong></p>
<p><em>Frau  Waury, Sie sind mit 15 Jahren bei der &#8220;Lindenstraße&#8221; eingestiegen und  vor einem Millionenpublikum Erwachsen geworden. Wie hat Sie diese  Erfahrung beruflich und privat geprägt?</em><br />
Schwer zu sagen, ich weiß ja nicht, wie es ohne die &#8220;Lindenstraße&#8221; gewesen wäre. Was den Stress betrifft: Das hielt sich in Grenzen.</p>
<p><em>Die  Arbeitsbelastung ist die eine Sache. Die andere Frage ist: Will man  wirklich Tanja Schildknecht sein? Sie stolpert und zickt sich durchs  Leben und lässt dabei kein Drama aus. Sympathiepunkte bringt das  jedenfalls nicht.</em><br />
Als Schauspielerin bin ich mit der Figur  absolut glücklich. Die hat so bekloppte Züge. Das ist, als würde ich  zehn Rollen spielen. Jedenfalls habe ich nie das Gefühl, immer das  Gleiche zu spielen. Das ist schon schräg, wenn man das Drehbuch liest  und weiß, der eigenen Figur passiert was ganz Schreckliches und man  selber freut sich ganz furchtbar: Die bekommt eine totale Psychose.  Super! Und noch einer, der sie hasst. Klasse! Oder man darf heulend  zusammenbrechen und steht hinterher ganz entspannt auf, weil es Spaß  gemacht hat. Meinem Mann fiel auch irgendwann auf, dass es ganz gut ist,  wenn ich mich als Tanja beim Drehen austoben kann. Tanja motzt rum und  sagt immer, was sie denkt. Das scheint mich in gewisser Weise zu einem  ausgeglicheneren Menschen zu machen.</p>
<p><em>Was  sagen denn die Leute auf der Straße. Irene Fischer alias Anna Ziegler  wurde bespuckt und beschimpft, als sie Helga ihren Hansemann ausgespannt  hat &#8230;</em><br />
Klar wird man mit der Rolle in Verbindung  gebracht. Als 15-Jährige nervt einen das natürlich viel eher. Aber da  hatte ich Glück: Mich hat keine Sau erkannt. Tanja war immer extrem  geschminkt und aufgemotzt. Die hatte so eindeutig gar nichts mit mir zu  tun, dass da keine Verwechslungen möglich waren.</p>
<p><em>Und heute?</em><br />
Ist es immer noch oft so, dass mich die  Leute ansprechen und sagen: Wissen Sie, dass Sie der Tanja Schildknecht  wahnsinnig ähnlich sehen? Dann sage ich manchmal: Ja, stimmt. Total  ähnlich. Meistens werde ich tatsächlich an der Stimme erkannt. Irgendwie  ist meine Stimme wohl markanter als mein Gesicht.</p>
<p><em>Wollen Sie nicht berühmt sein?</em><br />
Ich habe mich damit abgefunden und denke  nicht mehr darüber nach. Wo ich erkannt werden muss, werde ich auch  erkannt. Ansonsten ist es sehr schön, mit meinen Kindern unerkannt durch  Berlin laufen zu können.</p>
<p><em>Und wie wirkt es sich im Beruf aus, wenn alle bei Sybille Waury erst einmal an Tanja Schildknecht denken?</em><br />
Meine Lieblingszeit war eigentlich, als ich  als Tanja gerade im Begleitservice gearbeitet habe und parallel dazu den  Käpt&#8217;n-Blaubär-Club moderiert habe. Das hat keiner zusammengekriegt.  Ansonsten ist &#8220;Lindenstraße&#8221; schon eher was, weswegen man keine anderen  Rollen bekommt. Oft denken die Leute, dass man durch die Serie so  eingebunden ist und keine Zeit für andere Sachen hat.</p>
<p><em>Haben Sie schon mal ans Aufhören gedacht?</em><br />
Nein. Der Beruf ist ja auch einfach super.  Ich komme dahin. Mir werden die Klamotten hingelegt. Ich werde  geschminkt. Ich genieße dieses  mein-Leben-an-der-Kasse-abgeben-und-jemand-anders-Spielen sehr. Ich  finde, sich um das eigene Leben zu kümmern, ist schon anstrengend genug.  Es ist klasse, wenn mir jemand sagt, was ich anzuziehen habe und was  ich zu sagen habe.</p>
<p><em>Gibt es ein Berufsleben neben der &#8220;Lindenstraße&#8221;?</em><br />
Nein, im Moment läuft gar nichts nebenher.  Das ist wie ein großer Fluch und hängt wahrscheinlich auch mit dem Alter  zusammen. Mit 25 kriegt man einfach mehr Rollen als mit 40. Ich wäre  froh, wenn ich wüsste, woran es liegt.</p>
<p><em>Würden Sie denn gerne mehr machen?</em><br />
Ja, klar.</p>
<p><em>Was würde Sie denn reizen?</em><br />
Comedy hat was sehr Verführerisches. Ich würde eher so in der Abteilung &#8220;Danni Lowinski&#8221; mitmachen wollen als im &#8220;Tatort&#8221; zu morden. Drama gibt es in der &#8220;Lindenstraße&#8221; ja ohne Ende. Wenn ich eines gelernt habe, dann ist es weinen.</p>
<p><em>Eva Stern | Foto: Lindenstraße</em></p>
<p>erschienen bei: <a href="http://www.stern.de/kultur/tv/sybille-waury-aus-der-lindenstrasse-wenn-ich-eines-gelernt-habe-dann-ist-es-weinen-1632320.html" target="_blank">stern.de</a></p>
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