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	<title>Eva Stern schnelllaeufer.de &#187; Für Anfänger und Fortgeschrittene</title>
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		<title>Wolkenloser Blick auf die Erde</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Apr 2011 06:15:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wälder und Wiesen grün, Wüste und Berge braun, Meere und Seen blau, das Eis auf den Polen weiß. Wie der Globus im Klassenzimmer sieht dieses Satellitenbild der Erde aus. Dabei wurde allerdings ein bisschen geschummelt: Kein Astronaut wird unseren Planeten vom Weltall aus jemals so sehen können. Die Erde ist nämlich immer von Wolken umhüllt. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wälder und Wiesen grün, Wüste und Berge braun, Meere und Seen blau, das Eis auf den Polen weiß. Wie der Globus im Klassenzimmer sieht dieses Satellitenbild der Erde aus.<br />
Dabei wurde allerdings ein bisschen geschummelt: Kein Astronaut wird unseren Planeten vom Weltall aus jemals so sehen können. Die Erde ist nämlich immer von Wolken umhüllt. Denn der größte Teil der Erdoberfläche besteht aus Wasser. Wenn dieses Wasser verdunstet, bilden sich Wolken. Und die fehlen auf einem Bild. Tatsächlich trägt die Erde ein Wolkenkleid.<br />

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			<a href="http://schnelllaeufer.de/wp-content/gallery/dlr-wolken/wolkenfrei.jpg" title="Eine Erde ohne Wolken gibt es eigentlich nicht: Dieses Bild wurde aus 60 Aufnahmen des Satelliten Meteosat-5 zusammen gepuzzelt." class="shutterset_set_17" >
								<img title="wolkenfrei" alt="wolkenfrei" src="http://schnelllaeufer.de/wp-content/gallery/dlr-wolken/thumbs/thumbs_wolkenfrei.jpg" width="100" height="75" />
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			<a href="http://schnelllaeufer.de/wp-content/gallery/dlr-wolken/wolken.jpg" title="Und so sieht die Erde wirklich aus. Die Aufnahme hat der Satellit Meteosat-4 im Jahr 1992 gemacht. " class="shutterset_set_17" >
								<img title="wolken" alt="wolken" src="http://schnelllaeufer.de/wp-content/gallery/dlr-wolken/thumbs/thumbs_wolken.jpg" width="100" height="75" />
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„Wenn auf Satellitenaufnahmen zu viele Wolken sind, kann man die Erdoberfläche nicht gut sehen. Wir bemühen uns deshalb um wolkenfreie Bilder“, sagt Nils Sparwasser. Er ist Wissenschaftler am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Die Forscher wollen zum Beispiel genau sehen, ob die Bäume im Wald gesund sind. Auch um Landkarten herzustellen, werden wolkenfreie Bilder gebraucht.<br />
Wissenschaftler haben sich deshalb hingesetzt und gepuzzelt: Wenn es schon kein Bild der ganzen Erde ohne Wolken gibt, kann man sich vielleicht eine Aufnahme basteln! So ist diese Ansicht  von Afrika und Europa entstanden. Zwei Monate hat das gedauert. 60 Bilder waren nötig, um der Erde das Wolkenkleid auszuziehen. Wie das ging? Immer wenn die Forscher neue, wolkenfreie Aufnahmen bekamen, ersetzten sie damit am Computer einen Teil des alten Bilds – so lange, bis alle Wolken verschwunden waren. Zum Schluss gab es noch Farben für Land und Wasser: grün, braun, blau und weiß.</p>
<p><em>Eva Stern | Fotos: <a href="http://www.dlr.de" target="_blank">DLR</a></em></p>
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		<title>Zum Anspitzen und Wegradieren</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Apr 2011 06:50:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Bleistift ist seit Schülergenerationen der heimliche Star im Mäppchen. Die Hauptrollen in dieser Erfolgsgeschichte spielen: englische Schäfer, Nürnberger Handwerker, amerikanisches Holz und chinesische Arbeiter. Und das Blei? Das spielt überhaupt keine Rolle! Vor mehr als 400 Jahren bemerken englische Schäfer an den Wurzeln eines umgefallenen Baumes dicke graue Knollen: Man kann damit schreiben und [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Bleistift ist seit Schülergenerationen der heimliche Star im Mäppchen. Die Hauptrollen in dieser Erfolgsgeschichte spielen: englische Schäfer, Nürnberger Handwerker, amerikanisches Holz und chinesische Arbeiter. Und das Blei? Das spielt überhaupt keine Rolle!<br />

<a href="http://schnelllaeufer.de/wp-content/gallery/div-bilder/bleistift_text.jpg" title="" class="shutterset_singlepic79" >
	<img class="ngg-singlepic ngg-left" src="http://schnelllaeufer.de/wp-content/gallery/cache/79_watermark_320x171_bleistift_text.jpg" alt="bleistift_text" title="bleistift_text" />
</a>
Vor mehr als 400 Jahren bemerken englische Schäfer an den Wurzeln eines umgefallenen Baumes dicke graue Knollen: Man kann damit schreiben und die Schafe markieren. Das neu entdeckte Wunder-Schreibzeug wird in Bergwerken abgebaut, in Blöcke gehauen und in Stäbchen geschnitten. Später werden die Stäbchen in Holzmäntel gesteckt. So bleiben die Finger sauber. Der Bleistift ist geboren. Der heißt so, weil die Leute das entdeckte Material für Blei halten. In Wirklichkeit ist es Graphit. Das besteht genau wie Diamanten aus Kohlenstoff.<br />
Mit reisenden Kaufleuten kommt das englische Graphit in die deutsche Handelsstadt Nürnberg. Einige Handwerker spezialisieren sich darauf, die „Bleiminen“ in Holz zu fassen. Aber lange Zeit sind englische, französische oder österreichische Bleistifte viel besser. Die Nürnberger Stifte sind zwar billig – aber sie bröseln, splittern und brechen ab. Erst 200 Jahre nach der Entdeckung des Graphits beginnt der Siegeszug der Nürnberger Bleistifte. Das Motto lautet jetzt: beste Materialien, wie zum Beispiel Zedernholz aus Amerika, moderne Maschinen, gut ausgebildete Arbeiter und viel Werbung.<br />
Zehn Milliarden Holzstifte werden heute im Jahr weltweit produziert. Die Hälfte stammt aus China, wo sie billig hergestellt werden. Etwa zwei Milliarden werden in Europa gefertigt. Natürlich gibt es auch noch die alten Nürnberger Marken. Wie zum Beispiel den weltgrößten Holzstifthersteller Faber-Castell, der die allermeisten seiner über zwei Milliarden Holzstifte allerdings in Brasilien produziert: mit Holz aus dem eigenen „Bleistiftwald“.</p>
<p><strong>Info für Besser-Wisser:</strong><br />
Mit einem einzigen Bleistift kann man 45.000 Wörter schreiben oder eine 56 Kilometer lange Linie zeichnen.</p>
<p><em>Eva Stern | Foto: Sabine Geißler/Pixelio</em></p>
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		<title>Oswaldo wünscht sich eine Schuluniform</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Apr 2011 06:46:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Oswaldo ist neun Jahre alt und lebt in einem Elendsviertel in Maputo. Das ist die Hauptstadt des Landes Mosambik im Südosten von Afrika. Mosambik ist ein sehr armes Land. Viele Menschen können nicht lesen und schreiben. Das Land wurde in einem langen Bürgerkrieg fast ganz zerstört. Obwohl das schon 20 Jahre her ist, kann man [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Oswaldo ist neun Jahre alt und lebt in einem Elendsviertel in Maputo. Das ist die Hauptstadt des Landes Mosambik im Südosten von Afrika. Mosambik ist ein sehr armes Land. Viele Menschen können nicht lesen und schreiben. Das Land wurde in einem langen Bürgerkrieg fast ganz zerstört. Obwohl das schon 20 Jahre her ist, kann man die Schäden heute noch sehen.<br />

<a href="http://schnelllaeufer.de/wp-content/gallery/div-bilder/oswaldo_text.jpg" title="Klettern und Fußball spielen: Oswaldo (9) und seine Freunde leben in Mosambik." class="shutterset_singlepic80" >
	<img class="ngg-singlepic ngg-left" src="http://schnelllaeufer.de/wp-content/gallery/cache/80_watermark_320x240_oswaldo_text.jpg" alt="oswaldo_text" title="oswaldo_text" />
</a>
„Wenn ich groß bin, möchte ich Maurer werden“, sagt Oswaldo. Er geht in die zweite Klasse. Sein Lieblingsfach ist Portugiesisch. Das ist die offizielle Sprache in Mosambik. „Meine Schuluniform muss ich mir mit meinem Bruder teilen. Unsere Eltern haben kein Geld, um für alle Kinder eine zu kaufen“, erklärt Oswaldo.<br />
Zum Glück muss er nicht weit zur Schule laufen. So bleibt mehr Zeit zum Spielen übrig. Fußball ist für ihn das Spiel Nummer eins. „Aber ich tobe auch gerne mit meinen Freunden auf den Bäumen im Hinterhof&#8221;, erzählt der Neunjährige. Außerdem veranstalten sie zusammen oft Wettkämpfe: Wer macht die beste Musik und wer kann am coolsten dazu tanzen? Oswaldo kann das ziemlich gut. Er spielt Schlagzeug und kann sich toll zum Rhythmus bewegen.<br />
Das Lieblingsessen von Oswaldo ist Reis mit Bohnen. Das ist ein typisches Essen im Süden von Mosambik. „Manchmal wird das auch mit den Fingern gegessen“, sagt Oswaldo. Der Zweitklässler aus Maputo ist ein ganz normaler Junge: mit einem Lieblingsfach in der Schule, einer Lieblingsbeschäftigung in der Freizeit und einem Lieblingsessen. Sein größter Wunsch für die Zukunft: „Ich möchte meiner Familie helfen können.&#8221; Bis es so weit ist, hat er noch drei kleine Wünsche: Einmal Geburtstag feiern und einen eigenen Geburtstagskuchen anschneiden. Eine eigene Schuluniform. Und neue Klamotten an Weihnachten.</p>
<p><strong>Zur Sache:</strong><br />
Oswaldo (Name geändert) wird in einem &#8220;Familienstärkungsprogramm&#8221; betreut, die rund um &#8220;SOS-Kinderdörfer&#8221; verhindern sollen, dass Familen wegen Armut oder Krankheit auseinander brechen. Das erste SOS-Kinderdorf wurde am 15. April 1951 im österreichischen Imst eröffnet. Damals zogen 45 Kinder und fünf SOS-Mütter ein. Heute Leben in den 508 SOS-Kinderdörfern und 383 Jugendeinrichtungen in 132 Ländern fast 80.000 junge Menschen. Die SOS-Zusatzeinrichtungen unterstützen rund eine Million Kinder und deren Angehörige.</p>
<p><em>Eva Stern | Foto: <a href="http://www.sos-kinderdoerfer.de/Pages/default.aspx" target="_blank">SOS-Kinderdörfer</a></em></p>
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		<title>Trauer um Eisbär Knut</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Mar 2011 16:58:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Blumen liegen vor dem Eingang. Kerzen brennen. Auf Schildern steht „Tschüss Knut“. Viele Menschen trauern um Knut, den weltbekannten Berliner Eisbären. Er starb am 19. März 2011 im Berliner Zoo. Knut wurde nur vier Jahre alt. Das ist nicht alt für einen Eisbären. Die können in Zoos bis zu 30 Jahre alt werden. Als Knut [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Blumen liegen vor dem Eingang. Kerzen brennen. Auf Schildern steht „Tschüss Knut“. Viele Menschen trauern um Knut, den weltbekannten Berliner Eisbären. Er starb am 19. März 2011 im Berliner Zoo.</p>
<p>
<a href="http://schnelllaeufer.de/wp-content/gallery/div-bilder/eisbaer_text.jpg" title="" class="shutterset_singlepic74" >
	<img class="ngg-singlepic ngg-left" src="http://schnelllaeufer.de/wp-content/gallery/cache/74_watermark_320x240_eisbaer_text.jpg" alt="eisbaer_text" title="eisbaer_text" />
</a>
Knut wurde nur vier Jahre alt. Das ist nicht alt für einen Eisbären. Die können in Zoos bis zu 30 Jahre alt werden. Als Knut am 5. Dezember 2006 im Berliner Zoo zur Welt kam, war das schon eine Sensation. Denn Knut war das erste Berliner Eisbärenbaby seit mehr 30 Jahren. Zum richtigen Star wurde der kleine Bär aber erst, weil ihn seine Mutter Tosca verstoßen hatte. Seine neue „Mama“ hieß Thomas Dörflein und war Tierpfleger. Er zog den Kleinen mit der Flasche groß. Und nach einigen Wochen konnten die Zoo-Besucher die beiden zweimal am Tag in der „Knut-Show“ bewundern: Hier tollte der Eisbärjunge mit Pfleger Thomas herum. Sie schwammen sogar zusammen im Wassergraben.</p>
<p>Knut wurde ein Star: Reporter aus der ganzen Welt berichteten von Knuddel-Knut. Es gab Knut-Klingeltöne fürs Handy, Plüsch-Knuts, Knut-Porzellan, Knut-Babykrabbeldecken, Knut als Christbaum-Anhänger oder Knut zum Naschen: als Schaumgummi-Eisbären. Schließlich bekam der Berliner Eisbär auch noch seine eigene Briefmarke. Und wie ein richtiger Star hatte er natürlich auch Fan-Clubs und Internet-Seiten. Zum Geburtstag wurde im Zoo immer eine Knut-Party geschmissen. Für das Geburtstagskind gab es dabei eine Eistorte mit eingefrorenen „Fisch-Kerzen“.</p>
<p>Nicht alle fanden den Rummel um den niedlichen Eisbären gut. Tierschützer erklärten immer wieder, dass Eisbären und andere Wildtiere nicht in Zoos gehören: Viel wichtiger ist es, die frei lebenden Tiere zu schützen. Außerdem können Wildtiere selbst in den besten Zoo-Gehegen nicht artgerecht leben, sagen die Tierschützer. Die Zoos sagen aber: Es ist wichtig, bedrohte Tierarten im Zoo zu züchten, damit diese nicht aussterben.</p>
<p>Den Knut-Fans auf der ganzen Welt ist dieser Streit im Moment wahrscheinlich ganz egal. Sie sind einfach nur traurig und fragen sich, warum der Eisbär so überraschend gestorben ist. Das soll jetzt untersucht werden.</p>
<p><em>Eva Stern | Foto: Sabine Geißler/Pixelio</em></p>
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		<title>Japan: Leben mit der Gefahr</title>
		<link>http://www.schnelllaeufer.de/2011/03/japan-leben-mit-der-gefahr/</link>
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		<pubDate>Sun, 13 Mar 2011 09:45:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein wütender Drache, der auf den Boden trampelt und Feuer speit? Als es noch keine moderne Wissenschaft gab, konnten sich die Menschen ein Erdbeben nur so erklären. Heute wissen schon die ganz kleinen Japaner, dass Erdbeben nicht von Drachen oder anderen Fabeltieren ausgelöst werden. Der Drache müsste auch ziemlich sauer sein. Schließlich bebt jeden Tag [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://schnelllaeufer.de/wp-content/uploads/2011/03/Erdbebeben.jpg" target="_blank"><img class="alignleft size-medium wp-image-1245" title="Erdbebeben" src="http://schnelllaeufer.de/wp-content/uploads/2011/03/Erdbebeben-300x108.jpg" alt="" width="300" height="108" /></a>Ein wütender Drache, der auf den Boden trampelt und Feuer speit? Als es noch keine moderne Wissenschaft gab, konnten sich die Menschen ein Erdbeben nur so erklären. Heute wissen schon die ganz kleinen Japaner, dass Erdbeben nicht von Drachen oder anderen Fabeltieren ausgelöst werden. Der Drache müsste auch ziemlich sauer sein. Schließlich bebt jeden Tag irgendwo in Japan die Erde.<br />
Die meisten Erdbeben sind so schwach, dass sie kaum zu spüren sind. Manchmal gibt es auch nur kleine Wellen in einem Wasserglas. Das erschreckt die Menschen in Japan noch nicht. Denn sie müssen immer mit einem schlimmen Erdbeben rechnen, wie es jetzt passiert ist. Dabei können Häuser, Straßen und Fabriken zerstört werden und sogar Menschen sterben. Deshalb lernen dort schon die Kinder im Kindergarten, wie man sich richtig verhält, wenn die Erde bebt und wie man im Notfall helfen kann. Erdbebenübungen gehören für die Kinder zum Alltag.<br />
Ruhe bewahren und in Deckung gehen, heißt die wichtigste Regel: Die Kinder hocken sich unter Tische und machen sich ganz klein. Dabei schützen sie ihren Kopf mit den Armen. Die meisten Menschen verletzen sich nämlich, weil Sachen auf sie herabstürzen. Damit das nicht passiert, werden Häuser so gebaut, dass sie die häufigen Erdbeben aushalten können. Schränke, Regale und Kühlschränke werden in japanischen Wohnungen oft an der Wand festgeschraubt. Schwere Bilder hängen nicht über Betten. Gläser stellt man in die unteren Schrankfächer, damit sei einem nicht auf den Kopf fallen können. Außerdem haben viele japanische Familien fertig gepackte „Erdbebenrucksäcke“. Die sind mit Wasserflaschen, Keksen, Verbandszeug, Decke, Regenplane, Batterien, Taschenlampe, Taschenradio, Feuerzeug und Klopapier gefüllt. Wichtig ist auch die Trillerpfeife. So kann man sich bemerkbar machen, wenn man Hilfe braucht.</p>
<p><em>Eva Stern | Foto: Hendrik Schwartz/<a href="http://www.fotolia.com" target="_blank">Fotolia.com</a><br />
</em></p>
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		<title>Shary Reeves: Von Beruf Klugscheißerin</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Jun 2010 06:47:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Flimmern und Rauschen]]></category>
		<category><![CDATA[Für Anfänger und Fortgeschrittene]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichten für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Klugscheißer]]></category>
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		<category><![CDATA[Wissen macht Ah!]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Shary die kleinen und großen Rätsel der Welt erklärt, ist das für alle Klugscheißer Pflichtprogramm. Aus ihrer eigenen Schulzeit ist allerdings nicht so viel hängengeblieben, verrät die Kölnerin im Interview. Shary, zusammen mit Ralf Caspers moderierst du jetzt schon seit fast zehn Jahren die Sendung &#8220;Wissen macht Ah!&#8221;. Seitdem ist &#8220;Klugscheißer&#8221; kein Schimpfwort mehr. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wenn Shary die kleinen und großen Rätsel der Welt erklärt, ist das für alle Klugscheißer Pflichtprogramm. Aus ihrer eigenen Schulzeit ist allerdings nicht so viel hängengeblieben, verrät die Kölnerin im Interview.</strong></p>

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								<img title="wissen_macht_ah2" alt="wissen_macht_ah2" src="http://schnelllaeufer.de/wp-content/gallery/shary-kinder-interview/thumbs/thumbs_wissen_macht_ah2.jpg" width="100" height="75" />
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								<img title="shary1" alt="shary1" src="http://schnelllaeufer.de/wp-content/gallery/shary-kinder-interview/thumbs/thumbs_shary1.jpg" width="97" height="75" />
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<p><em>Shary, zusammen mit Ralf Caspers moderierst du jetzt schon seit fast zehn Jahren die Sendung &#8220;Wissen macht Ah!&#8221;. Seitdem ist &#8220;Klugscheißer&#8221; kein Schimpfwort mehr.</em><br />
Stimmt. Das ist heute fast schon ein Kompliment. Man darf es sagen. Vor 15 Jahren war das noch anders. Da haben die Radiostationen keine Lieder gespielt, in dem das Wort &#8220;Scheiße&#8221; vorkam.</p>
<p><em>Wer von euch beiden ist denn der größere Klugscheißer?</em><br />
Eindeutig Ralf. Der schreibt auch die Drehbücher für die Moderation. Die Ideen und Themen kommen aber aus dem ganzen Team und natürlich auch von unseren Zuschauern.</p>
<p><em>Ihr habt passend zum Start der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika eine Quiz-Sondersendung zum Thema Schwarz-Weiß gemacht. Du schlüpfst dabei in die Rolle der Quizmoderatorin und Ralf ist …</em><br />
… alle drei Kandidaten.</p>
<p><em>Das klingt ziemlich schräg.</em><br />
Das ist schräg. Genau so wie die Themen. Wir beantworten zum Beispiel die Frage, warum Vogelkacke immer weiß ist oder warum Weißbrot schneller schimmelt und was überhaupt ein Schwarzfahrer ist.</p>
<p><em>Oder warum es Menschen mit schwarzer und mit weißer Haut gibt.</em><br />
Ja. Das hat mit der Sonnenstrahlung zu tun.</p>
<p><em>Es gibt auch heute noch Menschen, die sich wegen ihrer hellen Haut für etwas besseres halten.  Deine Mutter stammt aus Tansania, dein Vater ist Kenianer. Bist du wegen Deiner dunklen Hautfarbe schon einmal ausgegrenzt worden?</em><br />
Als Kind schon. Da wurde ich zum Beispiel nicht auf Kindergeburtstage eingeladen. Das hat ganz schön weh getan. Allerdings hat sich das dann so ab der 8. Klasse geändert. Da war ich auf einmal cool und total in. Auch als Erwachsene habe ich manchmal das Gefühl, dass es Leute gibt, die dunkelhäutigen Menschen nicht viel zutrauen und sich heimlich fragen: Was will die denn hier? Aber ansonsten bin ich heute eine glückliche Klugscheißerin.</p>
<p><em>Du musst Ralf oft bremsen, wenn er vor lauter Begeisterung beim Erklären völlig abhebt &#8230;</em><br />
Genau. Ich staune und lerne bei jeder Sendung. Aus meiner Schulzeit ist irgendwie nicht so viel hängen geblieben.</p>
<p><em>Schule war nicht so dein Ding?</em><br />
Naja, sagen wir mal so: Heute weiß ich, dass eine andere Art zu lernen besser für mich gewesen wäre. Ich hätte gerne mehr selbst bestimmt, was und wie ich lerne. Ich habe mich für ganz viele unterschiedliche Sachen interessiert. Nur hat das keiner bemerkt, weil das eben nicht immer zum Unterricht gepasst hat. Ich habe an einer eher strengen Klosterschule für Mädchen mein Abitur gemacht.</p>
<p><em>Du bist begeisterte Fußballerin, hast sogar in der Bundesliga gespielt. Du läufst Marathon, bist Snowboard- und Inline-Lehrerin. War Sport dein Lieblingsfach?</em><br />
Nie! Sport in der Mädchenschule hieß: Man rennt drei Runden im Kreis und hopst dabei ab und zu über einen Kasten. Das ist Ponylaufen. Aber kein Sport. Mein absolutes Lieblingsfach war Kunst.</p>
<p><em>Warum?</em><br />
Weil mich die Lehrerin verstanden hat. Ich konnte bei ihr so kreativ sein, wie ich eben bin. Sie hat das geschätzt und mich sogar dazu ermutigt. Im Kunstunterricht hat man viele Freiheiten.</p>
<p><em>Ist das wichtig für dich?</em><br />
Absolut. Ich kann nicht gut unter Leistungsdruck arbeiten. Mein bestes Spiel als Fußballerin hatte ich zum Beispiel auch, als ich mit dem aktiven Fußball aufgehört hatte.</p>
<p><em>Hast du eine Botschaft an alle Klugscheißer?</em><br />
Hört nie auf neugierig zu sein. Es gibt immer spannende Themen, die einen das ganze Leben lang begleiten!</p>
<p><em>Eva Stern | Fotos: WDR/Thorsten Schneider/Nola Bunke</em><em><br />
</em></p>
<p><em>mehr zum Thema: <a href="http://www.schnelllaeufer.de/2009/12/ich-wuerde-mich-gucken" target="_self">&#8220;Ich würd&#8217; mich gucken&#8221;</a></em></p>
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		<title>Beutolomäus packt aus</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Dec 2009 08:11:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Flimmern und Rauschen]]></category>
		<category><![CDATA[Für Anfänger und Fortgeschrittene]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichten für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Rede und Antwort]]></category>
		<category><![CDATA[Beutolomäus]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderkanal]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsmann]]></category>

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		<description><![CDATA[Für Beutolomäus gibt es keine schönere Zeit als die Wochen bis zum Weihnachtsfest. Obwohl er dann besonders viel zu tun hat, hat er sich für euch ein paar Minuten Zeit genommen und aus seinem Leben als einzig wahrer Geschenkesack des Weihnachtsmannes geplaudert. Guten Tag, Herr … äh … mh &#8230; Herr – ja wie heißen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong><a href="http://schnelllaeufer.de/wp-content/uploads/2009/12/Beutolomäus_Text.jpg" target="_blank"><img class="alignleft size-medium wp-image-742" title="Beutolomäus_Text" src="http://schnelllaeufer.de/wp-content/uploads/2009/12/Beutolomäus_Text-300x200.jpg" alt="Beutolomäus_Text" width="300" height="200" /></a>Für Beutolomäus gibt es keine schönere Zeit als die Wochen bis zum Weihnachtsfest. Obwohl er dann besonders viel zu tun hat, hat er sich für euch ein paar Minuten Zeit genommen und aus seinem Leben als einzig wahrer Geschenkesack des Weihnachtsmannes geplaudert.</strong></p>
<p><em>Guten Tag, Herr … äh … mh &#8230; Herr – ja wie heißen Sie denn eigentlich richtig?  Herr Sack klingt ziemlich komisch&#8230;</em><br />
Ich bin Beutolomäus, einfach nur Beutolomäus, der einzig wahre Geschenkesack des Weihnachtsmannes.</p>
<p><em>Also gut: Beutolomäus, was machst du eigentlich den Rest des Jahres? Es ist ja nicht immer Weihnachten&#8230;</em><br />
Für den Weihnachtsmann und mich gibt es das ganze Jahr über etwas zu tun. Kaum sind alle Geschenke verteilt, beginnen auch schon die Vorbereitungen für das nächste Weihnachtsfest. Da müssen die erfüllten Wunschzettel sortiert werden, mal brauchen wir einen neuen Schlitten oder es kommt ein kleines Abenteuer dazwischen. So wollte vor langer Zeit sogar einmal eine Prinzessin doch tatsächlich Weihnachten mitten im Sommer feiern, nur weil ihr so langweilig war.</p>
<p><em>Und wie hältst Du Dich fit in der Weihnachtszeit, wenn so viel zu tun ist?</em><br />
Auch wenn vor Weihnachten immer besonders viel zu tun ist, ist die Vorfreude auf das Fest doch jedes Jahr besonders schön. Wenn in unserer Hütte, also dort wo der Weihnachtsmann und ich zu Hause sind, das Feuer knistert und es so wunderbar nach dem Zimttee vom Weihnachtsmann riecht… Hmm…</p>
<p><em>Mal ehrlich: Wie ist denn der Weihnachtsmann so als Chef? Du darfst ihm eine Note geben.</em><br />
Ich hatte noch nie einen anderen Chef außer einmal. Da hat mich die Schneiderfrau Auguste zu einem Müller gelockt und mich an ihn verkauft. Dort musste ich den ganzen Tag Korn zur Mühle bringen – ohne Pause. Aber der Weihnachtsmann hat mich aus der Mühle befreit. Er ist einfach der allerbeste Chef. Also bekommt er von mir eine 1 plus.</p>
<p><em>Wie kannst du denn die ganzen Geschenke tragen?</em><br />
Als mich Schneidermeister Johann genäht hat, da hat er ein ganz besonderes Garn benutzt, nämlich Nordpolgarn. Das ist unendlich belastbar. Als ich dann den Weihnachtsmann kennengelernt habe, haben wir das ausprobiert. Es hat geklappt: Ich kann unendlich viele Sachen tragen.</p>
<p><em>Wo wir schon beim Thema Nähen sind: Tut es weh, wenn man einen Flicken bekommt?</em><br />
Nein, das kitzelt.</p>
<p><em>Was ist das Schönste an Weihnachten für dich?</em><br />
Weihnachten selber ist einfach das Schönste: Wenn der Weihnachtsmann am Heiligen Abend unseren Rentierschlitten anspannt, alle Geschenke in mir verstaut sind und wir die Kinder besuchen. Ihre Freudenschreie und glücklichen Augen bei der Bescherung sind das Schönste am Weihnachtsfest.</p>
<p><em>Wäre es dann nicht toll, wenn das ganze Jahr über Weihnachten wäre?</em><br />
Aber dann hätten die Kinder gar keine Zeit mehr, mit ihren Geschenken zu spielen oder sich auf das nächste Weihnachtsfest zu freuen. Denn die Vorfreude gehört doch genauso zu Weihnachten wie die Bescherung oder das Zusammensein mit der Familie.</p>
<p><em>Gibt es etwas, was dich traurig macht, Beutolomäus?</em><br />
Wenn sich die Menschen über nichts mehr freuen können. Vor allem Erwachsene freuen sich viel zu wenig. Traurig ist auch, wenn sich der Weihnachtsmann nicht mehr an Weihnachten und an mich erinnern kann.</p>
<p><em>Du meinst, so wie in dem neuen Abenteuer &#8220;Beutolomäus und die vergessene Weihnacht&#8221;?</em><br />
Der skrupellose Manager Richie Raff hat meinem Chef einen &#8220;Tee des Vergessens&#8221; untergejubelt. Denn Richie hat einen gemeinen Plan: Anstelle vom Weihnachtsmann sollen künftig die Kinder ihre Geschenke nur von seinem Konzern GameToy bekommen.</p>
<p><em>Das ist total gemein. Aber zu den Geschenken habe ich noch eine Frage: Wieso bekommen manche Kinder ganz viele Geschenke und andere nur ein ganz kleines?</em><br />
Der Weihnachtsmann und ich bringen den Kindern das, was sie sich wünschen. Wir erfüllen ihre Herzenswünsche. Die stehen nicht immer auf den Wunschzetteln.</p>
<p><em>Ich verstehe. Das ist also der Unterschied zwischen dem Weihnachtsmann und einem geldgierigen Unternehmer wie Richie Raff?</em><br />
Genau. Es kommt nicht darauf an, ob ein Geschenk besonders groß ist oder ob man ganz viele Geschenke bekommt. Es kommt darauf an, den anderen eine Freude zu machen.</p>
<p><em>Schenkt der Weihnachtsmann dir auch was zu Weihnachten?</em><br />
Mein gößter Herzenswunsch ist schon erfüllt, nämlich der einzig wahre Geschenkesack des Weihnachtsmannes zu sein. Und über einen neuen Flicken ab und zu freue ich mich auch.</p>
<p><em>Beutolomäus, vielen Dank für das Gespräch und viel Spaß beim Geschenkeschleppen!</em><br />
<em> </em></p>
<p><em>Eva Stern </em><em>| Foto: Kika/Antje Dittmann</em></p>
<p><em>erschienen in: </em><em><a title="rhp" href="http://www.rheinpfalz.de" target="_blank">Die Rheinpfalz</a> (Ludwigshafen), <a title="ta" href="http://www.thueringer-allgemeine.de" target="_blank">Thüringer Allgemeine</a> (Erfurt), <a title="nrz" href="http://www.derwesten.de/nrz/" target="_blank">Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung</a> (Essen), </em><em><a title="siegztg" href="http://www.siegener-zeitung.de" target="_blank">Siegener Zeitung</a></em><em><br />
</em></p>
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		<title>Große Zukunft für kleine Läden</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Nov 2009 22:39:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Für Anfänger und Fortgeschrittene]]></category>
		<category><![CDATA[Tante-Emma-Laden]]></category>

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		<description><![CDATA[Gewürze und Geschenkpapier, Schuhcreme und Salat, Batterien und Butter. Hier gibt es fast alles, was man so zum Leben braucht. Ein Einkauf im Tante-Emma-Laden. Tante Emma ist Frühaufsteherin: Sie ist schon seit 4 Uhr morgens auf den Beinen. Pünktlich um 6 Uhr öffnet sie ihr kleines Geschäft in Etschberg, einem Dorf in Rheinland-Pfalz. Dort leben [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_651" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><strong><strong><a href="http://schnelllaeufer.de/wp-content/uploads/2009/11/Tante-Emma_171.JPG" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-651" title="Tante-Emma_17" src="http://schnelllaeufer.de/wp-content/uploads/2009/11/Tante-Emma_171-300x201.jpg" alt="Tante Emma heißt in Etschberg Margot Geiß. (Foto: Eva Stern)" width="300" height="201" /></a></strong></strong><p class="wp-caption-text">Tante Emma heißt in Etschberg Margot Geiß. (Foto: Eva Stern)</p></div>
<p><strong>Gewürze und Geschenkpapier, Schuhcreme und Salat, Batterien und Butter. Hier gibt es fast alles, was man so zum Leben braucht. Ein Einkauf im Tante-Emma-Laden.</strong></p>
<p>Tante Emma ist Frühaufsteherin: Sie ist schon seit 4 Uhr morgens auf den Beinen. Pünktlich um 6 Uhr öffnet sie ihr kleines Geschäft in Etschberg, einem Dorf in Rheinland-Pfalz. Dort leben 700 Menschen. Der nächste größere Ort mit einem Supermarkt ist fünf Kilometer entfernt. Das ist weit weg für viele alte Etschberger, die kein Auto haben. Zu weit auch für alle, die beim Kuchenbacken plötzlich merken, dass kein Mehl mehr da ist. Kurz nach 6 Uhr kommen schon die ersten Kunden: Bauarbeiter, die ihr Frühstück kaufen und noch eine Tasse Kaffee dazu. Schüler holen sich auf dem langen Weg zur Schule noch schnell eine Brezel.</p>
<p>Viele Leute denken an die „gute alte Zeit“, wenn sie vom Tante-Emma-Laden sprechen. Tante-Emma-Läden sind kleine Geschäfte, in denen oft nur eine Person arbeitet: eben Tante Emma, die in Etschberg in Wirklichkeit Margot Geiß heißt. Für die 53-Jährige ist ihr Laden nichts Historisches. Er bedeutet vor allem viel Arbeit. Ihr Arbeitstag dauert 16 Stunden. Reich wird sie trotzdem nicht. „Wer Geld verdienen will, der sollte besser keinen Tante-Emma-Laden eröffnen“, sagt sie. Die Waren, die sie für ihr Geschäft kauft, sind teuer. Weil sie nur kleine Mengen kauft, bekommt sie vom Großhändler keinen Rabatt. Und so verkauft sie ihre Waren mit wenig Gewinn zu relativ günstigen Preisen weiter: „Ich möchte, dass sich auch die alten Menschen mit wenig Rente mal ein Stück Kuchen leisten können.“</p>
<p>
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Geschenkpapier und Schlafanzüge. Milchprodukte und Waschmittel. Gewürze und Shampoo. Fischstäbchen und Gummibärchen. Das ist auf den ersten Blick eine ziemlich bunte Mischung. Aber Margot Geiß hat lange experimentiert, bis sie genau das Sortiment hatte, das ihre Kunden glücklich macht.</p>
<p>Das Phänomen „Tante Emma“ hat viele Facetten. In Städten kauft man inzwischen bei „Onkel Ali“ oder „Bei Olga“ ein: Seit den 80er-Jahren betreiben in vielen Orten Immigranten die Tante-Emma-Läden von früher. Obst und Gemüse vom „Türken um die Ecke“ – das gehört für viele Deutsche zum Alltag. Auf dem Land gibt es neben den traditionellen Dorfläden im Tante-Emma-Stil auch noch sogenannte mobile Verkaufsstellen. 1800 dieser  „rollenden Supermärkte“ sind in Deutschland unterwegs, um die Menschen zu versorgen.</p>
<p>Kurz vor Mittag wird es wieder voll im Laden. Margot Geiß kennt ihre Kunden und spricht die meisten mit dem Vornamen an. „Na, Karl, willst du noch ein Stück Wurst mitnehmen?“, fragt sie den alten Mann, den sie schon seit ihrer Kindheit kennt. Karl war früher im Ort der Schuhmacher und hat auch ihre Schuhe repariert. Tante Emma kennt aber nicht nur die Namen ihrer Kunden. Sie weiß, welcher Joghurt dem Werner nicht schmeckt und welches Brot Irene am liebsten isst. Selbstverständlich fährt ihr Mann Karl-Ernst den Einkauf von Lydia bis an die Haustür, wenn sie das möchte. Im Tante-Emma-Laden gibt es neben Milch und Brot auch die neuesten Dorfnachrichten. Wer ist gestorben? Wer hat ein Kind bekommen? Wer liegt im Krankenhaus? Wer ist weggezogen und wer neu im Ort? All das weiß Tante Emma immer zuerst.</p>
<p>Trendforscher prophezeien den kleinen Läden eine große Zukunft. Weil die Kunden genau das wieder wünschen, wofür Tante Emma schon immer steht: nah und bequem in persönlicher Atmosphäre einkaufen. Genau wie das Karl und Lydia schon lange machen im Tante-Emma-Laden von Margot Geiß.</p>
<p><em>Text und Fotos: Eva Stern | <a title="DP0109" href="http://www.deutsch-perfekt.com" target="_blank">Deutsch perfekt</a> 01/2009</em></p>
<p><a title="Deutsch perfekt" href="http://schnelllaeufer.de/wp-content/uploads/2009/11/DP_0109_Tatort.pdf" target="_blank">Originalartikel</a><br />
<em>Mit freundlicher Genehmigung der Spotlight Verlag GmbH</em></p>
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		<title>Reimen gegen Viren</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Oct 2009 08:33:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Für Anfänger und Fortgeschrittene]]></category>
		<category><![CDATA[Nachrichten für Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kindernachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Schweinegrippe]]></category>

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		<description><![CDATA[Menschen auf der ganzen Welt haben Angst vor der „Schweinegrippe“. Die Krankheit breitet sich immer schneller aus. Experten befürchten, dass dieser Grippetyp besonders gefährlich werden könnte und sich sehr viele Menschen anstecken. Wie gut, dass man selbst etwas dagegen tun kann: So oft und so gründlich wie möglich Händewaschen. Damit das aber wirklich vor Grippe [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://schnelllaeufer.de/wp-content/uploads/2009/10/Schweinegrippe_web1.jpg" target="_blank"><img class="alignleft size-medium wp-image-679" title="Schweinegrippe_web1" src="http://schnelllaeufer.de/wp-content/uploads/2009/10/Schweinegrippe_web1-214x300.jpg" alt="Schweinegrippe_web1" width="214" height="300" /></a>Menschen auf der ganzen Welt haben Angst vor der „Schweinegrippe“. Die Krankheit breitet sich immer schneller aus. Experten befürchten, dass dieser Grippetyp besonders gefährlich werden könnte und sich sehr viele Menschen anstecken. Wie gut, dass man selbst etwas dagegen tun kann: So oft und so gründlich wie möglich Händewaschen. Damit das aber wirklich vor Grippe schützt, muss es richtig gemacht werden. Und das geht so: Hände zuerst mit warmem Wasser nass machen. Dann einseifen – und zwar mindestens 20 bis 30 Sekunden lang. Dabei alle Finger, die Stellen zwischen den Fingern, Handflächen und Handrücken schön schrubben und reiben. Es darf ordentlich schäumen. Fingerspitzen und Daumen nicht vergessen. Abspülen und gut abtrocknen. Am besten mit Tüchern, die dann weggeschmissen werden. Hört sich ganz leicht an. Aber 20 Sekunden sind eine verdammt lange Zeit. Und leider ist die 20-Sekunden-Anti-Grippe-Handwasch-Sanduhr noch nicht erfunden. Da seid Ihr jetzt selbst gefragt. Wie wäre es denn zum Beispiel mit einem Anti-Grippe-Reim? Gewaschen wird so lange, bis der Reim zu Ende ist. Denn zum Glück bleibt beim Händewaschen der Mund frei. Vorschlag gefällig? „Eene meene Grippe-Viren, ihr krabbelt gleich auf allen Vieren hier zum linken Daumen raus, und nun ist&#8217;s mit der Grippe aus.“ Dauert aber leider nur zehn Sekunden. Das reicht gerade mal, um Schoko-Eis von den Fingern zu waschen. Um Viren zu beeindrucken, braucht man die doppelte Dosis Dichtkunst. Zur Not muss man den Reim eben zwei Mal aufsagen.</p>
<p><em>Eva Stern </em><em>| Foto: Dieter Schütz <a title="Pixelio" href="http://www.pixelio.de/" target="_blank">www.pixelio.de</a></em><em> </em><em>| </em><em> Zeichnung: <a title="Agiro" href="http://www.agiro.de" target="_blank">Steffen Boiselle</a></em><em> | </em><em><a title="TK Logo" href="http://www.tk-logo.de/cms/beitrag/10001988/203913/Reimen_gegen_Viren.html" target="_blank">TK logo</a></em></p>
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		<title>Land der tausend Seen</title>
		<link>http://www.schnelllaeufer.de/2009/10/land-der-1000-seen/</link>
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		<pubDate>Sat, 24 Oct 2009 08:04:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Für Anfänger und Fortgeschrittene]]></category>
		<category><![CDATA[Land und Leute]]></category>
		<category><![CDATA[Gutshäuser]]></category>
		<category><![CDATA[Land der tausend Seen]]></category>
		<category><![CDATA[Mecklenburg-Vorpommern]]></category>
		<category><![CDATA[Ostsee]]></category>

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		<description><![CDATA[In sattem Gelb blüht der Raps unter strahlend blauem Himmel. Die Sonne blinzelt durch die grünen Blätter der Bäume, die sich entlang der Straßen zu eindrucksvollen Alleen formiert haben. Die Farben in Mecklenburg-Vorpommern leuchten stärker als anderswo in Deutschland: Das Gelb ist gelber, das Blau blauer, das Grün grüner als im Rest der Republik. Eine Reise zu drei Gutsherrinnen im Land der tausend Seen, über das Reichskanzler Otto von Bismarck gesagt haben soll: „Wenn die Welt untergeht, dann begebe dich nach Mecklenburg, denn dort geschieht alles 100 Jahre später."]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div class="mceTemp">
<dl id="attachment_298" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px;">
<dt class="wp-caption-dt"><strong><strong><a href="http://schnelllaeufer.de/wp-content/uploads/2009/10/Gottin1b.jpg" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-298" title="Gottin1b" src="http://schnelllaeufer.de/wp-content/uploads/2009/10/Gottin1b-300x200.jpg" alt="Linde Fritz in ihrem Rosengarten in Gottin. (Fotos: Eva Stern)" width="300" height="200" /></a></strong></strong></dt>
<dd class="wp-caption-dd"><em><strong>Linde Fritz in ihrem Rosengarten in Gottin. (Foto: Eva Stern)</strong></em></dd>
</dl>
<p><strong>Diese Farben: In sattem Gelb blüht der Raps unter strahlend blauem Himmel. Die Sonne blinzelt durch die grünen Blätter der Bäume, die sich entlang der Straßen zu eindrucksvollen Alleen formiert haben. Die Farben in Mecklenburg-Vorpommern leuchten stärker als anderswo in Deutschland: Das Gelb ist gelber, das Blau blauer, das Grün grüner als im Rest der Republik. Eine Reise in das Land der tausend Seen zwischen Berlin und Ostsee – und zu drei neuen Gutsherinnen.</strong></p>
</div>
<p>„Wenn die Welt untergeht, dann begebe dich nach Mecklenburg, denn dort geschieht alles 100 Jahre später&#8221;, soll der erste Kanzler des Deutschen Kaiserreichs, Otto von Bismarck, einmal gesagt haben. Heute werben Reiseführer mit diesem Bonmot des „Eisernen Kanzlers“ für das Bundesland im Nordosten Deutschlands. Sie zielen damit auf die idyllische Schönheit Mecklenburg-Vorpommerns.</p>
<p>Hier ist vieles tatsächlich noch wie früher. Das Land ist dünn besiedelt, Felder und Wiesen erstrecken sich bis zum Horizont. Neben mondänen Seebädern und turbulentem Strandleben an der Ostseeküste mit ihren Inseln und Halbinseln hat Mecklenburg-Vorpommern vor allem eines zu bieten: Natur und Ruhe pur.</p>
<p>Wer die Seele baumeln lassen möchte, wer Stille und Einsamkeit sucht, kann sich kaum ein besseres Reiseziel aussuchen. Wasser ist das bestimmende Element: Tiefblau ruhen die über 1000 Seen der Mecklenburgischen Seenplatte, die von Ferne silbern glänzen. Das Wasser bahnt sich seinen Weg durch sanfte Flüsse, Bachläufe und schmale Kanäle. Es rauscht, plätschert und schwappt leise gegen die Ufer. Wasser beruhigt – und es belebt. Ob nun beim Schwimmen, Paddeln, Segeln, Surfen, Tauchen oder Wasserski fahren. Das Wasser gibt den Rhythmus vor in der größten zusammenhängenden Seenlandschaft Europas.</p>
<p>Weiter nördlich, im Herzen Mecklenburgs, wird die Landschaft hügeliger. Hier liegt die Mecklenburgische Schweiz. Eine einzigartige Kulturlandschaft, in der zwischen Hügeln und Seen kleine Städte und Dörfer hocken. Nirgendwo in Europa ist die Dichte an Schlössern, Gutshäusern und Herrenhäusern größer als in dem Landstrich auf halbem Weg zwischen Berlin und der Ostsee. Und vielerorts warten die Häuser auf neue „Gutsherren“ und „Gutsherrinnen“, die wieder Leben in die alten Gemäuer bringen – und Touristen in den Nordosten locken.</p>
<p>
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							</a>
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			<a href="http://schnelllaeufer.de/wp-content/gallery/gutsherrinnen/gottin2.jpg" title="Gutshaus Gottin (Foto: Eva Stern)" class="shutterset_set_5" >
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			<a href="http://schnelllaeufer.de/wp-content/gallery/gutsherrinnen/gremmelin.jpg" title="Gut Gremmelin (Foto: Eva Stern)" class="shutterset_set_5" >
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Wer einmal hier war, der kommt wahrscheinlich wieder. Denn Mecklenburg Vorpommern macht süchtig. So sanft und zugleich trotzig wild, so stolz und doch zurückhaltend, so gotisch streng und romantisch verspielt, so leise, aber doch so intensiv.</p>
<p>Überhaupt diese Stille. Für manche Gäste ist das am Anfang kaum zu ertragen. Etwa für einen Urlauber aus der Großstadt, der im Gutshaus Gottin, im Herzen der Mecklenburgischen Schweiz, Erholung suchte. Hausherrin Linde Fritz – eine pensionierte Lehrerin aus Stuttgart – schmunzelt, wenn sie von ihm erzählt: „Dem war es hier zu ruhig und er konnte nachts nicht schlafen. Aber ein paar Jahre später schrieb er mir, dass er sich jetzt ein Haus in Mecklenburg gekauft hat.“</p>
<p>Linde Fritz selbst war zum ersten Mal nach der Wende in Mecklenburg-Vorpommern. „Ich habe gleich das Gefühl gehabt: ,Hier bin ich zu Hause&#8217;”, erzählt die Lehrerin, die ihre Wurzeln in Hinterpommern, im heutigen Polen, hat und bis 1945 dort in einem kleinen Dorf eine glückliche Kindheit verbrachte. Dass sie nach ihrer Pensionierung der Großstadt den Rücken kehren und im Norden in ein kleines Häuschen auf dem Land ziehen würde, war schon lange Teil ihrer Lebensplanung.</p>
<p><strong>„Jedes Haus sucht sich seine Gäste aus“</strong></p>
<p>Aus Norden wurde Nordosten. Aus dem netten kleinen Häuschen auf dem Land wurde ein Herrenhaus aus dem Jahr 1833, das heute 14 Gästezimmer, eine Ferienwohnung, einen Salon, eine Bibliothek, Sauna und einen Weinkeller beherbergt. Zum Haus gehört außerdem ein Park mit altem Baumbestand und einer Fülle von Historischen und Englischen Rosen. Aus dem Ruhestand wurden tägliche Arbeitszeiten von 6 Uhr morgens bis spät in den Abend.</p>
<p>Ihren „Ruhestand“ begann Linde Fritz in einer Ruine. Wie fast alle ehemaligen Landsitze und Herrenhäuser war auch das Gutshaus Gottin fast komplett verfallen. „Es war sogar ausgesprochen hässlich. Aber ich hatte eine Vision, wie es aussehen müsste und ich wollte sie Wirklichkeit werden lassen“, sagt die 75-Jährige.</p>
<p>Die Bauarbeiten zogen sich in die Länge. Das Geld wurde knapp. Immer neue Probleme tauchten auf. „Es war hart“, sagt sie im Rückblick. Zweieinhalb Jahre hat die ehemalige Lehrerin auf der Baustelle „gelebt“: in einem unbeheizten Zimmer mit Kochplatte und einer provisorischen Duschkabine.</p>
<p>Von der Not der Anfangsjahre ist heute nichts mehr zu sehen und zu spüren. Mittlerweile ist das Gutshaus Gottin in die Liste der bedeutendsten Anlage des Landes Mecklenburg-Vorpommern aufgenommen worden. „Jedes Haus sucht sich seine Gäste aus“, ist Linde Fritz überzeugt. Ihre Gäste lieben die Natur, suchen Ruhe und interessieren sich für Kultur, so wie die zwei Freundinnen, die sich jedes Jahr gemeinsam eine Auszeit von der Familie nehmen oder die Musik-, Mal- oder Frauengruppen, die unter ihrem Dach Erholung und Inspiration gleichermaßen finden.</p>
<p>Im Frühstücksraum klappert das Geschirr. Am großen Frühstückstisch essen die Gäste gemeinsam: Künstler und Sportler, Paare und Singles, Ossis und Wessis. „Dieser Ort ist eine Begegnungsstelle. Die Ost-West-Grenze kann man nicht durch Seminare bewältigen, sondern nur durch Gespräche“, sagt Linde Fritz, die heute „wahrscheinlich nicht mehr ohne Schwierigkeiten im Westen leben könnte“. Hier – in einer Region am unteren Ende des Wohlstandsgefälles – muss man sich nicht damit beschäftigen, welche Handtaschenmode gerade angesagt ist. Den Händen darf man ansehen, dass sie gerade noch im Gartenbeet gewühlt haben. Das gefällt Linde Fritz, der pensionierten Lehrerin aus Stuttgart.</p>
<p><strong>Azubi-WG im Dorf</strong></p>
<p>In den „wilden Osten“ hat es auch Claudia Schaffhausen aus Hamburg verschlagen – da war sie gerade Anfang 20 und voller Tatendrang. In der Werbeagentur ihres Vaters hatte sie schon oft gearbeitet, Events und Messeauftritte geplant. „Ich bin eher praktisch veranlagt und ich hatte und habe die Vision, mit Freunden zusammen auf dem Land zu leben und zu arbeiten“, sagt Claudia Schaffhausen. Die Idee: ein exklusives Tagungshotel in Mecklenburg-Vorpommern.</p>
<p>Die Wirklichkeit auch hier: ein verfallenes Gutshaus. „Aber es war Liebe auf den ersten Blick“, sagt die 34-Jährige. Der Vater investierte und begleitete das „Start up“ von Tochter Claudia, die nebenbei in Berlin Kommunikation und Marketing studierte und an den Wochenenden auf dem Gut mit anpackte.</p>
<p>Mit einer Mitarbeiterin teilt sie sich heute noch die Wohnung. Die Auszubildenden leben im Dorf zusammen in einer Wohngemeinschaft. Heute gehört Gut Gremmelin zu den besten Tagungshotels in Deutschland. Firmen schicken ihre Führungskräfte zum Seminar hierher, an den Rand der Mecklenburgischen Seenplatte. Im Hochseilgarten oder beim Floßbau wird die Teamfähigkeit geschult. Aber auch Kochkurse und Kurzreisen für Gourmets, Hochzeiten, Familienfeste, Empfänge und Präsentationen gehören zum Programm.</p>
<p><strong>Körbe voller Post für das Dornröschenschloss</strong></p>
<p>Ganz aufs Heiraten hat sich Monika Muschke eingestellt. Die Frankfurter Finanzdirektorin hat in ihrem gut bezahlten Job für ein renommiertes Kosmetik-Unternehmen die halbe Welt bereist – und sich Mitte der 90er Jahre in das Land zwischen Ostsee und Seenplatte verliebt. „Ist das toll hier“, hat sie immer wieder gedacht, als sie durch´s Land fuhr. Zu Hause in Frankfurt hat sie zwei Jahre lang von Mecklenburg Vorpommern geschwärmt – und 1997 Schloss Bredenfelde in der Nähe des Müritz-Nationalparks gekauft.</p>
<p>Eine Ruine. Man stand schon im Keller unter freiem Himmel“, erzählt Monika Muschke. Sie hat aus der Ruine das Hochzeitsschloss Nummer Eins in der Region gemacht. Wer hier den Bund fürs Leben schließen will, muss sich rechtzeitig anmelden. In diesem Jahr ist das Schloss komplett ausgebucht. Doch das war nicht immer so. „Im Frühjahr 2002 war ich pleite“, gibt die Geschäftsfrau offen zu. Die Bauarbeiten hatten alle Reserven aufgebraucht. Aber nach einem Fernsehbeitrag über ihr Schloss kam die Briefträgerin mit Körben voller Post – adressiert an „Das Dornröschenschloss“.</p>
<p>An die Dreharbeiten kann sie sich noch genau erinnern. „Das war ein Teil der Serie ,Verrücktes Wohnen´. Ich musste aus dem Fenster schauen und bestimmt ein Dutzend Mal sagen: ,Schon als kleines Mädchen war es mein Traum, in einem Dornröschenschloss zu leben.´”, erzählt Monika Muschke. Es hat sich gelohnt: Die Leute waren begeistert. „Es gibt im Leben wichtigere Sachen als teure Klamotten. Das brauche ich alles nicht mehr“, sagt die ehemalige Finanzdirektorin. Wenn sie heute shoppen gehen will, dann fährt sie zu Ikea und kauft Servietten und Kerzen – für ihr Schloss.</p>
<p>Zufrieden sind sie – die Gutsherrinnen und Schlossdamen. Allerdings sind sie finanziell und auch körperlich bis an ihre Grenzen gegangen – und oft darüber hinaus. Aber hier in Mecklenburg Vorpommern ist das Gelb gelber, das Blau blauer, das Grün grüner als im Rest der Republik. Das ist den Einsatz wert.</p>
<p><em>Text und Fotos: Eva Stern | <a title="Deutsch perfekt" href="http://www.deutsch-perfekt.com" target="_blank">Deutsch perfekt</a> 6/2009 </em></p>
<p>Links zu den beschriebenen Gutshäusern:<em><br />
</em><a title="Gottin" href="http://www.gutshaus-gottin.de" target="_blank">Gutshaus Gottin</a> | <a title="Gremmelin" href="http://www.gutgremmelin.de" target="_blank">Gut Gremmelin</a> | <a title="Bredenfelde" href="http://www.schloss-bredenfelde.de" target="_blank">Schloss Bredenfelde</a></p>
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